Pelz – Wenn Mord zum Trend wird

Bald ist es wieder so weit. Es kommen die ersten kalten Tage und schon sieht mensch wieder Pelz, der die Krägen und Kapuzen der Mäntel ziert. Aber wieso schmücken sich so viele Menschen mit den Überresten eines Tieres? Wenn mensch auf der Straße fragt, ob die Leute wissen, ob der Dekor um ihren Hals echt ist und woher er stammt, kommen immer wieder die gleichen Antworten: „Der kleine Teil an der Mütze ist bestimmt nur ein Abfallprodukt“, „Für den Preis kann der nicht echt sein“, „Ich habe gar nicht drauf geachtet, mir war nur wichtig, dass die Jacke warm ist“. Zunächst einmal ist Pelz definitiv kein Abfallprodukt. Die Tiere dienen nur diesem Zweck und werden unter den grausamsten Bedingungen gezüchtet und getötet. Wer glaubt anhand des Preises zu erkennen, ob es sich um Echtpelz handelt, irrt. Aufgrund billiger “Haltung” und Unterbezahlung der Arbeiter_innen, gibt es auch preislich keinen Unterschied mehr. Eine warme Jacke für die kalte Zeit braucht jede_r, aber warum ausgerechnet eine, für die andere grausam ihr Leben lassen mussten? Auf so etwas sollte jede_r beim Kauf achten.

Woher stammen diese Tiere und welche werden verwendet?

Die meisten Kragenbesätze stammen aus den kalten Regionen Chinas. Hier gehören zu den beliebtesten Pelzlieferanten Füchse, Nerze und vor allem Marderhunde. Diese wehrlosen Tiere werden ungeschützt vor Kälte und Witterung bis zu ihrer Ermordung auf engstem Raum gehalten. Sie werden zum Beispiel auf Pelztiermärkten an Händler_innen, die für Pelzfabriken einkaufen, verkauft. Hier besitzen die Tiere nichts, außer einen Warenwert. Die Käufer_innen prüfen das Fell des Tieres, einigen sich auf einen Preis und schon findet es das Ende seines Lebens durch den Hieb einer Eisenstange. Wer möchte, kann den Pelz auch direkt vor Ort abziehen lassen, auch wenn das Tier noch gar nicht ganz tot ist. Die Tötung der Tiere erfolgt auf die unterschiedlichsten Weisen: Elektroschocks, Vergasung…

Sind Tiere die einzigen Leidtragenden durch die Pelz”produktion”?

Nein. Die Pelz”industrie” ist nicht nur brutal, sondern auch schädlich für den Menschen. In den Gerbereien wird mit giftigen Chemikalien und mangelnder Sicherheit gearbeitet. Welche Stoffe die Hersteller_innen verwenden, müssen sie beim Verkauf nicht angeben. So kann es vorkommen, dass Giftstoffe wie Formaldehyd oder Nonylphenolethoxlate in den Pelzen vorzufinden sind. Informiert euch und andere!

Große Veränderungen?

Vor einigen Monaten verursachte das Modeunternehmen “Burberry” mit dem Verbrennen überschüssiger Ware im Wert von über 30 Millionen Euro einen Skandal. Um das Image nun wieder herzustellen, verkündete Firmenchef Gobbetti: „Moderner Luxus bedeutet, sozial und ökologisch verantwortlich zu sein“. Burberry hat sich vor kurzem nicht nur dazu entschieden, nicht verkaufte Waren nicht mehr zu verbrennen, sondern auch dazu, Pelz aus dem Sortiment zu nehmen. Dies soll auch schon für die nächste London Fashion Week gültig sein. Das wird momentan als Erfolg gefeiert, doch mensch sollte sich nicht zu früh darüber freuen.  Es ist nichts Vertragliches oder ähnliches festgelegt. So kann Burberry, sobald der Ruf wieder hergestellt ist, sich jeder Zeit wieder umentscheiden. Wie lange diese revolutionäre Ankündigung letzten Endes hält, wird sich noch herausstellen.

Es ist schon einmal ein kleiner Erfolg, doch jede_r Einzelne kann dazu beitragen, das Leid der Tiere zu beenden. Unterstützt die Pelz”industrie” nicht durch den Verkauf von Echtpelz. Das Angebot basiert immer auf der Nachfrage der Konsument_innen.



Franziska

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Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. (Albert Schweitzer)
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