#PrayForAnimals!? – Warum tun so viele nichts?

Wieder einmal ist es letzte Woche passiert. Wieder einmal ist etwas Schreckliches geschehen, was in den vergangenen Monaten und Jahren schon viel zu oft vorgekommen ist, wenn gleich an anderen Orten. Wieder einmal ein Amoklauf, bei dem viele Menschen ums Leben gekommen sind oder verletzt wurden. Wieder einmal ein großer Aufschrei in den Medien. Wieder einmal sind alle schockiert. Wieder einmal posten diejenigen, die in der Nähe des Tatortes leben, ob sie in Sicherheit sind, während andere weltweit in den sozialen Medien den Betroffenen ihr Mitleid aussprechen. Wieder einmal waren die Bahnhöfe und ein Großteil des Verkehrsnetzes einer Großstadt lahmgelegt. Und wieder einmal fahndete die Polizei auf Hochtouren nach den Täter_innen.

Milliarden Tote und kaum jemanden interessiert es

Über 60 Milliarden Tote jährlich. Hunderte pro Sekunde. Die meisten von ihnen fristen ein schreckliches Leben, vegetieren auf engstem Raum in Dreck und Dunkelheit dahin, bis sie schließlich vergast, in den Kopf geschossen oder oft sogar lebendig aufgeschlitzt werden. Um dann zerstückelt und in Plastik verpackt in Kühlregalen zu landen, an Orten, wo Wesen, die sich “Menschen” nennen, Geld dafür ausgeben, um auf Leichenteilen herumkauen zu können. Unzählige Tiere leiden und sterben täglich auf grausamste Weise für Fleisch, Pelz, Milch, Tierversuche, Eier, Leder, Zucht, Honig, u.v.m. Doch kaum jemand denkt an sie. Kaum jemand spricht öffentlich Mitleid für sie aus. Kaum jemanden kümmert es, ob sie gesund oder verletzt sind und leiden. Niemand frägt sie, ob sie „in Sicherheit“ sind und ob es ihnen gut geht. Kaum jemand interessiert sich für das, was täglich hinter den Türen der Schlachthöfe, Versuchslabore und Pelz“farmen“ vor sich geht. Die Medien berichten nur dürftig darüber, und wenn, dann gibt es kaum Menschen, die sich (noch) schockiert über die Geschehnisse zeigen und aktiv werden.

Jede_r kann etwas tun

Dabei sollte jede_r, der_die schon einmal etwas mit Tieren zu tun hatte – egal ob Hunde, Schweine, Pferde, Affen, Katzen oder Kühe – wissen, dass auch sie Lebewesen sind und Gefühle haben, Schmerz, Trauer und Angst aber auch Glück, Freude und Dankbarkeit empfinden. Des Weiteren sollte jeder_jedem bewusst sein, dass jede_r sofort etwas gegen deren Leid tun kann – sei es sich tierleidfrei zu ernähren, Kleidungsstücke mit Pelz, Leder und Co. im Laden liegen zu lassen, Hygiene-, Kosmetik- und Reinigungsartikel zu kaufen, die nicht an Tieren getesten wurden, usw. – jeder Schritt in die richtige Richtung kann schon viel verändern. Wer sich z.B. ein Jahr lang vegan ernährt, rettet allein dadurch schon ca. 100 Tiere.

Ich sage absolut nicht, dass das, was in München passiert ist, nicht schlimm ist, denn es ist der blanke Horror, unverzeihbar und entbehrt jedes Vergleichs. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen, ihnen gilt mein Beleid. Was passiert ist, ist passiert, es hätte sich bestimmt aber ließ sich anscheinend nicht verhindern und auch jetzt kann es nicht mehr rückgängig gemacht werden. Doch jeden Tag passiert so viel, das nicht weniger schlimm ist. Auch mit nichtmenschlichen Tieren. Und auch dagegen könnte, wie gerade erwähnt, jede_r etwas tun. Und zwar viel mehr als nur klicken, liken, teilen und die Hände effektlos zum Gebet falten. Warum tun dann so viele nichts?



Larissa

Larissa

Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse deine Spur. (Jean Paul)
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