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München/Kempten, 28. Juni 2017 – Circus Carl Busch hat seine offizielle Gastspielzeit in Kempten gerade erst beendet und schon hagelt es massiv Kritik an dem Zirkusunternehmen, das etliche – teils auch wilde – Tiere mit sich führt. Die Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED hat ein totes Neuweltkamel-Junges (Alpaka/Lama) auf dem Zirkusareal entdeckt und fotografieren können. Die Todesursache ist unklar, jedoch wirft die Position des abgelegten Kadavers Fragen auf, ebenso, dass dieser abrupt und bis dato spurlos verschwunden scheint. Laut gesetzlicher Auflagen hätte es mehrfache Meldungen bei Behörden sowie eine entsprechende fach- und sachgerechte Entsorgung geben müssen. Die Tierrechtler_innen hatten daher Anzeige beim zuständigen Veterinäramt erstattet, welches daraufhin vor Ort war, sich aber bisher aus Datenschutzgründen in Schweigen hüllt. ANIMALS UNITED hatte die vergangenen Tage immer wieder vor dem Zirkus demonstriert und dabei auch von einer Zeugin erfahren müssen, dass ein Elefant, der nicht gehorchen wollte, von den Mitarbeiter_innen mehrfach geschlagen worden sein soll. Die Tierrechtler_innen fordern daher dringend ein Gastspielverbot für den Zirkus sowie ein generelles Wildtierverbot für Kempten und warnen kommende Gastspielorte.

Statement – Viktor Gebhart, ANIMALS UNITED e.V.:
„Circus Carl Busch preist seine Tiershows als ‚Weltformat‘ an. Der Umgang mit den Tieren entspricht dem absolut nicht. Auf der hauseigenen Homepage wird damit geworben, dass sich der Zirkus ‚besonders‘ um seine vierbeinigen Freund_innen und deren Wohlergehen bemühe. Davon war in Kempten nichts zu sehen. Das Neuweltkamel-Junge, das wir tot neben einem Heuhaufen fanden, wurde dort vermutlich mit einem Schubkarren lieblos in der prallen Sonne abgeladen. Bisher bleibt es weiter unklar, an was das Tier so jung gestorben und wohin es verschwunden ist. Auch die uns von einer Zeugin geschilderten Prügel für den sich weigernden Elefanten zeigen deutlich, dass die von Zirkussen immer wieder vorgeführte Familienliebe zu ihren Tieren nichts weiter als Marketing ist. Hinter den Kulissen geht es anders zu, hier wird mit beinharter Dressur gearbeitet und die Tiere leiden massiv, physisch wie psychisch. Circus Carl Busch ist ein schwarzes Schaf, aber eins unter lauter schwarzen Schafen. Denn Zirkus ist per se mit Tierleid verbunden. Wir fordern daher von der Stadt Kempten ein generelles Wildtierverbot und warnen alle weiteren Gastspielorte vor Circus Carl Busch. Es liegt an jeder_jedem von uns, der Tierquälerei mit einem Nichtbesuch Einhalt zu gebieten. Zirkus ja, aber ohne Tiere!“

Gesetzliches:
Tierkörper sind bei Zirkustieren (laut TierNebG §3) nach Meldung durch die_den Besitzer_in in zugelassenen Verarbeitungsbetrieben zu entsorgen oder zu diagnostischen Zwecken in eine staatliche oder eine von der zuständigen Behörde bestimmte Untersuchungseinrichtung (=Pathologie) zu verbringen. Der Abgang muss sowohl (laut ViehVerkV § 45, Kameliden) im zirkuseigenen Bestandsregister als auch (laut ZirkRegV) im Zentralregister für Zirkustiere vermerkt werden, d.h. hier müsste der_dem Amtstierärzt_in das Fehlen eines Tieres auffallen.

Hintergrund:
Rund 1.500 Tiere, darunter etwa 900 Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Löwen und Tiger, fristen ihr Dasein in deutschen Zirkussen. Sie leiden unter den ständigen Transporten in engen Zirkuswagen und dem Stress in der Manege. Viele zeigen deutliche Verhaltensstörungen oder sind krank. Durchschnittlich bei etwa jeder zweiten behördlichen Kontrolle werden Missstände bei der Tierhaltung festgestellt. Mehr als 20 EU-Länder haben sich bis dato entschieden, bestimmte Tierarten im Zirkus zu untersagen. Die Europäische Tierärztevereinigung sowie die Bundestierärztekammer und auch der Bundesrat haben sich bereits mehrfach für ein Wildtierverbot im Zirkus ausgesprochen. Ebenso die Mehrheit der Deutschen in repräsentativen Umfragen. Viele sind gar gegen jeglichen Tiereinsatz. Die Bundesregierung verharrt weiter tatenlos. Immer mehr Kommunen entscheiden sich daher eigenständig für lokale Verbote, die immer wieder von Zirkussen angefochten werden. Eine bundesweite Regelung ist unabdingbar, um dem Tierschutz endlich Rechnung zu tragen.

München/Berlin, 21. Juni 2017 – Soeben stimmte der Umweltausschuss des Bundestags über einen Antrag der Partei DIE LINKE ab, Wildtiere im Zirkus zu verbieten (DS 18/12088). Trotz der deutlichen Mehrheit von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE im Ausschuss, die alle in ihren Programmen für ein Wildtierverbot plädieren, wurde der Antrag „Verbot der Haltung wild lebender Tierarten in Zirkussen“, der den heutigen Tagesordnungspunkt 19 stellte, zum Ende der heutigen Ausschusssitzung abgelehnt. Überraschend: Die SPD wählte gegen das Verbot. Tierfreund_innen bundesweit sind schockiert, mit Hoffnung hatten sie der Entscheidung entgegen gefiebert. Die Mehrheit der Bevölkerung steht laut repräsentativer Umfragen hinter einem Verbot. Deren Anliegen und dem der Tiere, die im Zirkus leiden, wird somit abermals nicht von der Bundesregierung entsprochen. Die bundesweite Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED hatte gestern an die Ausschussmitglieder und Parteifunktionär_innen appelliert, dem Antrag zuzustimmen. Nun will sie deutschlandweit zu noch mehr Protesten für einen tierfreien Zirkus mobilisieren.

Statement – Viktor Gebhart, ANIMALS UNITED e.V.:
„Die Mehrheit der Parteien im Umweltausschuss des Bundestages plädiert generell für ein Wildtierverbot und dennoch stimmte dieser heute gegen den Antrag auf ein Wildtierverbot. Gerade von der SPD, die sich die vergangenen Jahre immer wieder für ein Verbot stark gemacht hat, hatten Tierfreund_innen deutschlandweit mehr erwartet. Sie fiel diesen heute in den Rücken. Ein Tierschutzskandal und ein klarer Bruch mit der eigenen Überzeugung der Partei, die es heute in der Hand hatte, Tierquälerei in der Manege endlich ein Ende zu setzen“, so Viktor Gebhart von der Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED. „Die Bundesregierung selbst hat bereits eingeräumt, dass für bestimmte Tierarten ein Verbot erforderlich ist und dass den Bedürfnissen der Tiere in reisenden Zirkussen nicht ausreichend nachgekommen werden kann. Die bisher geltenden Leitlinien sind eine Farce, es braucht eine einheitliche bundesweite Regelung. Dass nun abermals nichts unternommen wird, wird  dem eigenen Anspruch, in Sachen Tierschutz eine internationale Vorreiterrolle sein zu wollen, nicht gerecht. Es liegt daher weiter an jeder_jedem von uns, keinen Tierzirkus zu besuchen. Die Nachfrage regelt das Angebot.“

Hintergrund:
Rund 1.500 Tiere, darunter etwa 900 Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Löwen und Tiger, fristen ihr Dasein in deutschen Zirkussen. Sie leiden unter den ständigen Transporten in engen Zirkuswagen und dem Stress in der Manege. Viele zeigen deutliche Verhaltensstörungen oder sind krank. Durchschnittlich bei etwa jeder zweiten behördlichen Kontrolle werden Missstände bei der Tierhaltung festgestellt. Mehr als 20 EU-Länder haben sich bis dato entschieden, bestimmte Tierarten im Zirkus zu untersagen. Die Europäische Tierärztevereinigung sowie die Bundestierärztekammer und auch der Bundesrat haben sich bereits mehrfach für ein Wildtierverbot im Zirkus ausgesprochen. Ebenso die Mehrheit der Deutschen in repräsentativen Umfragen. Viele sind gar gegen jeglichen Tiereinsatz. Die Bundesregierung verharrt weiter tatenlos. Immer mehr Kommunen entscheiden sich daher eigenständig für lokale Verbote, die immer wieder von Zirkussen angefochten werden. Eine bundesweite Regelung ist unabdingbar, um dem Tierschutz endlich Rechnung zu tragen.

Der Verein ANIMALS UNITED hatte erst im vergangenen Jahr den letzten Zirkusbären Deutschlands befreit und im Februar diesen Jahres mit rund 650 Menschen Deutschlands bisher größte Demonstration für einen Zirkus ohne Tiere in München abgehalten. Auch Prominenz hat sich den Bemühungen des Vereins bereits angeschlossen. Darunter Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke, mit dem die Tierrechtsorganisation ein Kampagnen-Motiv realisiert hat. Weitere Infos auf: www.circus-ohne.de

München/Berlin, 20. Juni 2017 – Am anstehenden Mittwoch, den 21. Juni, stimmt der Umweltausschuss des Bundestags über einen Antrag einiger Politiker_innen sowie der Partei DIE LINKE für ein bundesweites Wildtierverbot für Zirkusse ab. Bereits 2003, 2011 und auch 2016 forderte der Bundesrat ein Verbot bestimmter Wildtiere, die Bundesregierung zögert jedoch weiterhin. Immer mehr Kommunen nehmen sich der Thematik daher selbst an, indem sie Zirkusunternehmen mit Wildtieren auf ihren kommunalen Flächen verweigern. Mit Rückenwind. Denn die Mehrheit der Bevölkerung steht laut repräsentativer Umfragen hinter einem Verbot. Auf dass deren Anliegen endlich von der Bundesregierung aufgegriffen wird, appelliert die bundesweite Tierrechtsorganisation ANIMALS UNITED nun offiziell an Ausschussmitglieder und Parteifunktionär_innen, dem Antrag am Mittwoch zuzustimmen. Anschließen kann man sich dem Aufruf auf der Facebook-Seite des Vereins. Mit Spannung erwarten Tierfreund_innen deutschlandweit die Entscheidung.

Kurzer Umriss der Sachlage:
Bereits 2003 und 2011 stimmte der Bundesrat Entschließungsanträgen zu, die ein Haltungsverbot für bestimmte wild lebende Tierarten in Zirkusbetrieben forderten. Beiden Initiativen wurde von Seiten der Bundesregierung jedoch nicht entsprochen. Seit März 2016 liegt dieser ein weiterer Antrag zur Prüfung vor, bisher jedoch ohne Reaktionen. Die Haltung der Bundesregierung steht etlichen Ländern deutschland- und weltweit hinterher. Der eigene Anspruch, in Sachen Tierschutz eine internationale Vorreiterrolle sein zu wollen, wird damit nicht erfüllt. Innerhalb der Europäischen Union haben inzwischen 18 Länder die Haltung von Wildtieren in Zirkussen verboten oder deutlich eingeschränkt. Auch außerhalb der EU gibt es immer weniger Wildtiere in Zirkussen. Dabei schätzt selbst die Bundesregierung offiziell Zirkusse mit Tieren als sehr kritisch ein (vgl. Bundestagsdrucksache 17/10572), dennoch wird jede Initiative von einigen wenige Politiker_innen blockiert. Am morgigen Mittwoch, den 21. Juni 2017, will nun der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in der Sitzung von 9:30 bis 13:00 Uhr über den neuen Antrag der Abgeordneten Birgit Menz, Eva Bulling-Schröter, Caren Lay sowie weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE unter Tagesordnungspunkt 19 zum „Verbot der Haltung wild lebender Tierarten in Zirkussen“ abstimmen. Es ist zu befürchten, dass der Antrag von den Ausschussmitgliedern abgelehnt wird.

Viktor Gebhart, ANIMALS UNITED e.V.:
„Die Bundesregierung selbst hat in ihrer Begründung zum Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes eingeräumt, dass für bestimmte Tierarten ein Verbot erforderlich sei. Sie hat darin selbst anerkannt, dass die vorliegende Faktenlage darauf hinweist, dass eine tierschutzgerechte Haltung unter den Bedingungen reisender Zirkusse nicht realisierbar ist und den Bedürfnissen der Tiere nicht ausreichend nachgekommen werden kann. Diese Einschätzung wird von Ergebnissen wissenschaftlicher Untersuchungen untermauert, die bestätigen, dass vielen Zirkussen eine artgerechte Haltung misslingt. Dennoch zögert die Bundesregierung, ein bundesweites Wildtierverbot zu erlassen, um dem Leid der Tiere endlich ein Ende zu setzen. Für uns ein politischer Skandal!“

„Die bisher geltenden Leitlinien für die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben sind eine Farce. Deutschland ist weitestgehend ein rechtsfreier Raum für Tierzirkusse. Mit Sicherheit werden im Ausschuss wieder die Einwände kommen, ein Wildtierverbot sei ein Eingriff in das Recht auf freie Berufswahl und der Zirkus mit Tieren sei Tradition. Dabei hat selbst die Bundesregierung bereits erklärt, dass das Gemeinwohl, im konkreten Fall der Schutz der Tiere, höher stehe als das Recht auf Berufsausübungsfreiheit. Und auch Tradition ist kein Muss sondern eine Abwägungssache. Der Schutz leidender Lebewesen muss auch hier Priorität haben. Lokale Verbote schaffen keine nachhaltige Abhilfe, es braucht eine einheitliche bundesweite Regelung. Wir appellieren daher an den tagenden Ausschuss, endlich ein Zeichen zu setzen und den Stein ins Rollen zu bringen.“

Hintergrund:
Rund 1.500 Tiere, darunter etwa 900 Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Löwen und Tiger, fristen ihr Dasein in deutschen Zirkussen. Sie leiden unter den ständigen Transporten in engen Zirkuswagen und dem Stress in der Manege. Viele zeigen deutliche Verhaltensstörungen oder sind krank. Die Europäische Tierärztevereinigung, die Bundestierärztekammer sowie der Bundesrat haben sich bereits mehrfach für ein Wildtierverbot im Zirkus ausgesprochen. Ebenso die Mehrheit der Deutschen in repräsentativen Umfragen. Viele sind gar gegen jeglichen Tiereinsatz. Die Bundesregierung verharrt weiter tatenlos. Immer mehr Kommunen entscheiden sich daher eigenständig für lokale Verbote, die immer wieder von Zirkussen angefochten werden. Eine bundesweite Regelung ist daher unabdingbar, um dem Tierschutz endlich Rechnung zu tragen.

Der Verein ANIMALS UNITED hatte erst im vergangenen Jahr den letzten Zirkusbären Deutschlands befreit und im Februar diesen Jahres mit rund 650 Menschen Deutschlands bisher größte Demonstration für einen Zirkus ohne Tiere in München abgehalten. Auch Prominenz hat sich den Bemühungen des Vereins bereits angeschlossen. Darunter Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke, mit dem die Tierechtsorganisation ein Kampagnen-Motiv realisiert hat. Mit ihrem offiziellen Aufruf an die tagenden Ausschussmitglieder sowie die Parteispitzen wollen sie diese motivieren, als ersten Schritt ein Wildtierverbot auf den Weg zu bringen, auf dass eines Tages allen Tieren das Leid in der Manege erspart bleibt. Weitere Infos auf: www.circus-ohne.de