Geplante Schlachtfabrik in Atting – ohne mich!

Dass ich kein Verständnis für Schlachtbetriebe bzw. für deren Bau habe und mich absolut gegen den Konsum tierischer Produkte ausspreche, konnte ich bereits in meinen Beiträgen zu den Fällen in Landshut und Aschheim deutlich machen. An meiner Meinung diesbezüglich hat sich nichts geändert und deswegen begegne ich den Bauplänen für die Schlachtfabrik in Atting im Landkreis Straubing-Bogen und der damit verbundenen Tötung von 300 Rindern und 1700 Schweinen TÄGLICH mit folgendem zielgruppenadäquaten Brief an die zuständigen Behörden, den ihr gerne verwenden und abändern dürft. Jede Privatperson kann nämlich bis zum 13.10.2016 mit Einwendungen auf das Genehmigungsverfahren Einfluss nehmen und so lauten meine Einwendungen (welche auf jeden beliebigen Schlachtbetrieb zutreffen):

An das
Landratsamt Straubing-Bogen

Einwendungen gegen die Erteilung einer Genehmigung des Antrags der Frische Zentrum Kreipl GmbH, Bergweg 4, 94342 Straßkirchen

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erkläre ich form- und fristgerecht Einwendungen gegen den Antrag der FZK-GmbH auf Erteilung der Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb eines Schlachtbetriebes nach BImSchG, nach dem Bundesbaugesetz, dem Tierschutzgesetz und dem Bundesnaturschutzgesetz, sowie allen anderen relevanten Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien. Beim geplanten Schlachtbetrieb handelt es sich um eine Zumutung für Tier, Mensch und Natur. Unter anderem lassen sich folgende kritsche Punkte aufführen:

Gesundheitliche Risiken

Der Bau der Anlage birgt erhebliche, nachgewiesene gesundheitliche Risiken und verletzt deshalb das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 II S. 1 GG) der Bürger_innen. Es handelt sich dabei um Schadstoffe wie Staub, Feinstaub, Bioaerosole, Keime, Endotoxine, Ammoniak oder Pilze. Am besorgniserregendsten sind allerdings die Mutation und Ausbreitung multiresistenter Keime sowie die Ausbreitung von Tierseuchen, welche laut aktueller Studienlage noch über große Entfernungen Ansteckunsgefahr bedeuten. Es wird daher der Nachweis erbeten, dass diese Gefährdung der Gesundheit insbesondere nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG nicht stattfindet.

Katastrophale Bedingungen für Mensch und Tier

Der Wettbewerb in dieser Branche führt zu massiven Tierschutzverstößen, Lohndumping, Missständen und unwürdige Arbeitsbedingungen. Fehlbetäubungen sind de facto unvermeidbar, aber in keinem einzigen Fall zu tolerieren. Ebenso trifft es in diesen wirtschaftlichen Bestrebungen die Mitarbeiter_innen eines Schlachthofs, welche immer wieder unter schlechten Arbeitsbedinungen zu leiden haben. Die Konsequenzen daraus treffen schließlich auch die Tiere in einem Maße, dass vorhandene Regelungen zu ihrem Schutz nicht eingehalten werden können. Im Tierschutzgesetz heißt es jedoch, einem Tier dürfen keine Schmerzen, Leiden oder Schäden ohne vernünftigen Grund zugefügt werden. Die aufgewiesenen Punkte und Berichterstattungen der letzten Wochen sprechen gegen jede Vernunft eines solchen Vorhabens.

Brandschutz

Immer wieder verenden sogenannte “Nutztiere” elends durch mangelhaften Brandschutz, obwohl nach § 15 Abs. 1 BayBO bauliche Anlagen so angeordnet, beschaffen und für ihre Benutzung geeignet sein müssen, dass bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. Um das zu verhindern, wird beantragt, den Antragsteller_innen aufzuerlegen, mittels eines Brandschutzgutachtens nachzuweisen, dass im Falle eines Brandes die Evakuierung der Tiere innerhalb von wenigen Minuten (10 Minuten) möglich ist.

Fehlende Notwendigkeit eines Schlachtbetriebs

Die Fleischerzeugung in Deutschland übersteigt den Eigenbedarf. Der Export hat dramatische Folgen, so werden beispielsweise afrikanische Hühnerfarmen in den Bankrott getrieben, weil wir unsere „Schlachtabfälle“ dorthin exportieren. Gleichzeitig bleiben trotz Exportgewinnen die negativen Folgen der Fleischproduktion bei uns vor Ort. Es handelt sich also um eine „Lose-Lose-Situation“ für alle Beteiligten, allen voran für die Tiere. Profit als einziges Gegenargument steht in keinem Verhältnis zu den Verlusten in Bereichen unserer ethischen Werte und Lebensqualität.

Tiertransporte

Jeder Schlachtbetrieb geht mit Tiertransporten einher. Diese Prozedur bedeutet unermessliche Qualen für eine unvorstellbar große Anzahl an Tieren, vor allem auch wegen zahlreicher Mängel. Es stellt sich jedoch die grundsätzliche Frage, ob tierleidfreie Transporte überhaupt möglich sind. Dies ist nicht der Fall, unter anderem auch weil wirtschaftliche Interessen höher gestellt werden als Lebewesen. Wie kann das sein?

Umweltschäden

Der Wasserverbrauch der Fleischindustrie, ihre Gülleproduktion, die damit verbundene Emission von Treibhausgasen, um nur einige Beispiele zu nennen, haben Außmaße erreicht, die jeden von uns wachrütteln müssen. Dutzende verkürzte Duschen können den Wasserverbauch eines Stücks Fleisch in seiner Herstellung bei weitem nicht wieder wettmachen, die Gülle landet in unserem Wasser und die Treibhausgase übersteigen jene des globalen Verkehrssektor. Einsparungen im Wasserkonsum, Schadstoffemissionen etc. müssen deshalb zuallererst genau im Bereich der Fleischindustrie beginnen. Jede Verlagerung auf andere Maßnahmen ist dagegen nur ein Tropfen auf den heißen Stein und auf den Punkt gebracht: Augenwischerei.

Genehmigung zum Bau

Sollte es trotz all dieser Gefahren zum Bau der Schlachtanlage kommen, müssen strenge Kontrollen an der Ordnung sein, damit jegliche Risiken minimiert werden können. Es ist fraglich, inwiefern das hinsichtlich der Faktenlage überhaupt möglich sein wird. Auf jeden Fall müssen der Immissionschutz und Brandschutz behördlich geregelt werden, da beide Bereiche nachgewiesenermaßen oftmals grob vernachlässigt werden.

Ich bitte Sie diese Einwedungen im Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen und zwar nicht nur als behördliches Organ, sondern als ein denkendes und fühlendes Wesen. Denn genau solche sind die Tiere, die in Straubing ihren grausamen Tod nach einer tristen Existenz – denn ein Leben ist es nicht – finden sollen.

Mit freundlichen Grüßen,
Magdalena L.



Lena

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“ (Philip Rosenthal)

wiemandieweltauchsehenkann.wordpress.com
Lena

Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht