Staatsschutz für Tierausbeutende – Von einer verzerrten Welt

Ein paar von uns hatten neulich ihre erste Begegnung mit dem “Staatsschutz”. Wir demonstrierten vor einem Schlachthof der Gruppe “Wiesenhof”, der zufällig gerade zeitgleich von anderen Aktivist_innen blockiert wurde. Neben vielen Einsatzkräften der Polizei, von denen einige die Aufgabe wahrnahmen, den Wiesenhofschlachthof vor uns zu schützen, indem sie sich mit dem Rücken zum Schlachthof in einer Kette vor uns stellten, waren auch einige bewaffnete zivil gekleidete Menschen recht schnell vor Ort und eine Gruppe davon stellte sich uns höflicherweise als Beamt_innen des Staatsschutzes vor.

Was ist der Staat?

Nun ist “Staat” ein abstrakter Begriff. Nirgends kann mensch ein halbes Pfund Staat kaufen und noch nie bin ich irgendwo über ein herumliegendes Stück Staat gestolpert. Der deutsche Staatsschutz hat auch nicht die Aufgabe, einen abstrakten Staat zu schützen, sondern die konkrete Bundesrepublik Deutschland. Sie besteht tatsächlich aus realen Dingen wie zum Beispiel Land, Flüsse und Seen. Es ist, seit die Medien ständig darüber berichten, sicher kein Geheimwissen mehr, dass das Land, die Flüsse und die Seen in der Bundesrepublik Deutschland durch die Abfallprodukte der Tierfabriken überdüngt und durch Nitrate in einem Ausmaß verschmutzt werden, dass von einer regelrechten Zerstörung dieser Ökosysteme gesprochen werden kann und wird. Was in der Konsequenz die Frage aufwirft, warum diejenigen, die das Land schützen sollen, die Geflügelindustrie vor uns und nicht anders herum uns vor der Geflügelindustrie schützen?

Menschen sind Teil des Staates

So ein Staat besteht jedoch nicht nur aus Landschaften, sondern auch aus Menschen, die sich darin bewegen. Die Frage, was diesen Menschen am meisten schadet, lässt sich mit einem kurzen Blick auf offizielle Statistiken schnell beantworten. Da stehen Herzerkrankungen – vornehmlich ausgelöst durch Cholesterin, Transfette und andere Inhaltsstoffe von Fleisch – an erster Stelle. Später kommen dann noch andere Folgen des Fleischkonsums hinzu, zum Beispiel auch Krebs, was sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile – rund zwanzig Jahre nach der China Study – ebenfalls festgestellt hat. Was wiederum die Frage aufwirft, warum diejenigen, die die Menschen in unserem Land schützen sollen, die Geflügelindustrie vor uns und nicht uns vor der Geflügelindustrie schützen, siehe oben.

Gewalttäter_innen werden vor den Friedensbewegten geschützt

Neben dem Land und den Menschen sind auch die Tiere Teil des Staates. Die Frage, ob der Staatsschutz sich vor einen Schlachthof stellt, um die Tiere vor uns Veganer_innen zu schützen, brauche ich aus offensichtlichen Gründen nicht zu stellen. Ebenso wenig möchte ich die Ethik einer Situation hinterfragen, in der die Polizei die Gewalttäter_innen vor den Friedensbewegten „schützt“. Ich frage hier lediglich nach der Ratio. Ist es vernünftig, den Staat so zu schützen oder ist es nicht vielmehr extrem widersinnig? Ich stimme nicht nur ethisch sondern auch rein rational gedacht einer Aktivistin zu, die an jenem Tag sagte: “Eigentlich stehen diese Staatsschützer und Polizisten falsch herum”.

Wir werden trotzdem nicht nachgeben! Seid dabei!



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