Tierbestattung: Friedvolle letzte Ruhe

Sie begleiten uns als treue Wegbegleiter_innen ein Leben lang, stehen uns in schwierigen Zeiten beiseite, treiben uns ab und an beinahe zur Verzweiflung und zeigen uns tagtäglich, wie wertvoll es ist, aufmerksam durch die Welt zu schreiten. Selbst für die unscheinbarste Blume wird innegehalten und geschnuppert. Ob von den ersten tapsigen Schritten, beziehungsweise tollpatschigen Flügelschlägen, oder als bereits ausgewachsene Persönlichkeit als Familienmitglied eingezogen – sie verstehen es unsere Herzen im Sturm zu erobern. Das Alter geht jedoch auch an unseren tierischen  Mitbewohner_innen nicht vorbei. Mit steigendem Alter wird das Leben gemütlicher, Wärme wird in kalten Monaten noch lieber in Anspruch genommen und der Biss lässt ein wenig nach. Nach all den schönen Erinnerungen, die wir mit ihnen teilen, ist es eine Selbstverständlichkeit, ihnen auch einen angenehmen Lebensabend und eine würdevolle Tierbestattung zu ermöglichen.

Wenn irgendwann der Moment gekommen ist, an dem es heißt Abschied zu nehmen, ist mensch zunächst oft etwas überfordert. Sollte der_die Mitbewohner_in an Krankheit verstorben sein, steht einem der_die Tierarzt_ärztin meist schon im Voraus mit Rat zum weiteren Vorgehen beiseite. Da dies allerdings nicht immer gegeben ist, hier ein kleiner Überblick:

Bestattung im eigenen Garten?

Kleine Tiere wie Mäuse, Vögel oder Frettchen können in den meisten Bundesländern im eigenen Garten beerdigt werden, sofern mensch nicht in einem Wasserschutzgebiet wohnt. Wie beispielsweise im Bundesland Bremen ist es dort verboten, Tierleichen zu vergraben, da dies eine Verunreinigung des Grundwassers zur Folge hätte. Genauere Auskunft diesbezüglich, wie die Regelungen in eurem Bundesland sind, kann euch die Stadtverwaltung geben. Ist es gesetzlich erlaubt, ist bei gemieteten Grundstücken in jedem Fall vorher die Erlaubnis der Vermieter_innen einzuholen. Generell ist bei einer solchen Beerdigung auch ein Mindestabstand von zwei Metern zu den Grundstücksgrenzen, zu Gewässern und Bächen sowie eine Mindesttiefe von einem Meter einzuhalten. Größere Tiere, wie Katzen oder Hunde, dürfen nicht ohne Einäscherung im Garten vergraben werden. Und wenn jetzt der Gedanke aufkommen sollte, einfach in den nächsten Wald zu fahren – lasst es! Dies wird als Ordnungswidrigkeit geahndet und kann mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro bestraft werden.

Kontaktaufnahme mit Krematorium

Wenn mensch mit seinem_r Mitbewohner_in viele Jahre geteilt hat, möchte mensch verständlicherweise nicht, dass der Liebling seine letzte Ruhe letztendlich in einer Tierkadaverbeseitigungsanlage finden muss. Daher wählen viele menschlichen Mitbewohner_innen den Gang ins nächste Tierkrematorium. Diese gehen auf viele Wünsche ein und holen ihren Liebling gegebenenfalls auch zur Einäscherung ab. Rund 30 Tierkrematorien gibt es deutschlandweit, in denen um die 80.000 Einäscherungen jährlich stattfinden. Bei einer Einäscherung kommen je nach Größe und Gewicht ungefähr 100-350 Euro auf einen zu, zuzüglich der gewählten Urne oder Amulette, beim einfachsten Modell rund 20 Euro. Auf vielfältige Art und Weise wird dort auch versucht, euch in eurer Trauer zu unterstützen und auf spezielle Wünsche einzugehen.

Trauermöglichkeiten/Friedhöfe

Die Asche kann anschließend mit nach Hause genommen werden, auf einem Tierfriedhof oder mit dem menschlichen Kumpanen in speziellen Gräbern beerdigt werden. In Deutschland gibt es ungefähr 120 Tierfriedhöfe, für die mensch im 2- bis 5-Jahres-Zyklus eine Grabstätte mieten und natürlich auch verlängern kann. Dabei können die Preise für eine Bestattung inklusive 5 Jahre Liegezeit sehr variieren, meist liegen sie zwischen 280 und 900 Euro. Wenn mensch genug Geld auf die Seite gelegt hat, könnte mensch auch für rund 1700 Euro die Asche zu einem kleinen Diamanten pressen lassen. Für besonders liebgewonnene tierische Mitbewohner_innen gibt es im Internet sogar die Möglichkeit für selbstgeschaffene Tierdenkmäler.



Julia

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Du mußt dein Ändern leben. (Rainer Maria Rilke)
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