Tierquälerei in Landshuter Schlachthof – Verschwiegenheit & mundtote Kritik

Und wieder hört mensch von Tierquälerei in einem Schlachthof, wie die SZ über den niederbayerischen Betrieb Vion berichtet. Dort wurden Schweine “abweichend von den geltenden Regeln” getötet. Den zuständigen Mitarbeiter_innen unterlaufen womöglich unter anderem Fehler, da sie die Höchstarbeitzeit von zehn Stunden pro Tag nicht einhalten können. Und als wäre das nicht schon genug, wurden außerdem hygienische Mängel entdeckt, insbesondere Schabenbefall. Doch die Bevölkerung sollte anscheinend zunächst gar nicht von all dem erfahren. Ich bin es leid und zwar nicht, dass mir diese Schlagzeilen immer wieder zu Ohren kommen, sondern ich habe genug von Tierquälerei und von Schlachthöfen auch. Denn Schlachten ohne Leid hat es nie gegeben und wird es nicht geben.

Schweineschlachtung im niederbayerischen Betrieb Vion

Gehen wir einmal diesen konkreten Fall der Schweineschlachtung bei Vion durch: Sie beginnt mit der Betäubung durch Kohlendioxid-Gas. Obwohl diese Methode offiziell zugelassen ist, darf mensch nicht glauben, dass sie nicht trotzdem eine schreckliche Tortur für die Tiere darstellt. Schließlich kommt es dabei zu Atemnot, Schleimhautreizungen und resultierenden Stressreaktionen. Anschließend werden die betäubten Schweine an einem Schlachtband aufgehängt und nacheinander durch einen Messerstich durch Hals und Brust getötet. Im nächsten Schritt kommen die Tiere in die Brühanlage. Mensch kann sich sehr gut vorstellen, dass wenn bei den zwei vorherigen Schritten irgendetwas schiefgeht, der Messerstich und die Brühanlage ebenfalls unermeßliches Leid über die Tiere bringen. Und es geht definitiv irgendwann irgendwo etwas schief, denn in Deutschland werden jährlich mehrere hundert Millionen Tiere geschlachtet. Bei Vion handelt es sich um einen der größten Schlachtbetriebe in Bayern. Nicht vorschriftsgemäße Messerstiche sollen dort dieses Jahr schon sieben Mal der Fall gewesen sein und bei einem Schwein soll der Stich überhaupt nicht ausgeführt worden sein.

Sind die Fehler bei der Schlachtung vermeidbar?

Ist die Überschreitung der Höchstarbeitzeit der alleinige Grund für diese verheerenden Fehler? Natürlich handelt es sich um Akkordarbeit, bei der für jede einzelne Tötung nur zehn Sekunden in Anspruch genommen werden dürfen. Diese Umstände wirken selbstverständlich verstärkend. Aber unsere Gesellschaft muss sich darüber im Klaren sein, dass es kein Schlachten ohne Leiden geben kann, das beginnt mit der Tierhaltung und endet mit dem Transport zur Tötungsanlage und dem dortigen Vorgehen. Im Landshuter Schlachthof werden bis zu 21.000 Schweine pro Woche getötet. Schon die Betäubung allein ist qualvoll für die Tiere, ganz zu schweigen von den Verstößen gegen Tierschutzrichtlinien, die meiner Meinung nach nie ganz zu vermeiden sein werden. Ich möchte das aber keinem einzigen Tier zumuten. Nicht die Fehler bei der Schlachtung sind die Tierquälerei, jede Schlachtung selbst ist Tierquälerei.

Eine Welt ohne Schlachthöfe

Deswegen wünsche ich mir eine Welt ohne Schlachthöfe. Ich möchte hiermit nicht im Speziellen die Stadt Landshut oder den Betrieb Vion angreifen (auch deswegen nicht, weil eine engagierte Stadträtin deshalb bereits massive rechtliche Konsequenzen erfahren durfte; was ein Skandal!). Es geht mir ums Prinzip. Wir reden hier von fühlenden Lebewesen. Warum behandeln wir manche Tiere so liebevoll und andere landen auf unseren Tellern? Und bitte bedenkt: auch die Herstellung von sogenanntem Bio-Fleisch kommt nicht ohne Schlachtung aus und auch hier werden die Tiere nicht in den Tod gesungen und gestreichelt. Was ist also die Lösung? Wir müssen aufhören unser Leben auf dem Rücken von Tieren zu führen. Es gibt genügend leckere, wesentlich gesündere und tierleidfreie Alternativen, sich zu ernähren, völlig ohne tierische Lebensmittel. Also: Lasst uns Schlachthöfe überflüssig machen!


Jedes Jahr werden über 60 Milliarden sogenannter „Nutz“tiere getötet, um sie zu verzehren. Hinzu kommen Milliarden Fische und andere Meeresbewohner_innen. Die meisten dieser Tiere finden einen grausamen Tod nach einer kurzen und meist qualvollen Existenz – denn ein Leben ist es nicht. Dabei steht längst fest, dass der Konsum tierischer Produkte Tier, Mensch und Natur schadet. Knapp 100 Tiere rettet jährlich, wer sich für eine vegane Ernährung entscheidet. Jede_r hat die Wahl – jeden Tag am Supermarktregal! Probiert rein pflanzliche (vegane) Lebensmittel – für Tier, Mensch, Natur und euch! Informiert euch & andere!



Lena

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“ (Philip Rosenthal)

wiemandieweltauchsehenkann.wordpress.com
Lena

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