Tierschutz im Urlaub: Elefantenreiten in Asien

Gerade in unseren Wintermonaten zieht es viele Tourist_innen nach Asien, um die exotische Ferne zu erkunden. Elefantenreiten steht hierbei hoch im Kurs. Auf den Grauen Riesen verträumt durch die Wälder zu schaukeln, wie die Sultane früher durch den Dschungel – so die Illusion. Perfekte Einstimmung hierfür findet sich an jeder Straßenecke. Von Elefantenstatuen, -abbildungen und -tempeln bis hin zu einem eigenen Buchstaben für Elefanten im thailändischen Alphabet. Elefanten scheinen im Asienurlaub durchweg präsent zu sein. Was eine starke Zuneigung zu den Riesen vermuten lassen würde, führt hinter dem Vorhang des Elefantenreiten jedoch leider in eine Welt aus Leid, Qual und Tod.

Leid von Beginn an

Um der wachsenden Nachfrage der Touren gerecht zu werden, werden junge und weibliche Elefanten benötigt. In manchen Fällen werden diese in Gefangenschaft “nachgezüchtet”. Diese decken die Nachfrage jedoch bei weitem nicht, sodass Elefanten für die Tourist_innen aus der Natur und ihrer Freiheit gerissen werden. Schätzungsweise kommen auf jeden aus der Wildnis gefangenen Elefanten bis zu fünf weitere, welche bei dem Versuch, ihr Familienmitglied zu schützen, erschossen werden. Folglich kann doppelt Profit aus der Sache geschlagen werden, mit dem Gewinn durch die Touren und dem Verkauf des Elfenbeins der toten Familienmitglieder – ungeachtet dessen, dass die Asiatischen Elefanten vom Aussterben bedroht sind und der Handel mit Elfenbein international unter Strafe steht. Allein in Myanmar werden jährlich ungefähr 100 Elefanten für die Tourismusindustrie gefangen.

Folter und Qual

In freier Wildbahn sind Elefanten sensible, intelligente und sehr soziale Herdentiere, welche den direkten Kontakt zum Menschen weitestgehend meiden – eine der natürlichen Gewohnheiten und Bedürfnisse, die den Jungtieren für ihr tristes Dasein in der Tourismusindustrie abtrainiert werden. Zwei Drittel der Jungtiere kommen dabei zu Tode. Mit physischer und psychischer Gewalt werden die Tiere in einem langen Prozess aus Schmerz und Qual gebrochen. Dabei kommen auch Elefantenhaken zu Gebrauch, welche mit ihrer Spitze auf empfindliche Stellen mit Nervenbahnen geschlagen werden, um den Tieren Schmerzen zuzufügen. Diese werden das gesamte Dasein des Elefanten nicht aus der Hand gelegt, schließlich sollen ja täglich die ausgeschriebenen Touren begangen und Profit gemacht werden. Immer wieder kommt es bei solchen Touren zu tragischen Unfällen mit Verletzten und Toten.

Schlimme Zustände in der Haltung

Werden die “Arbeitstiere” gerade nicht gebraucht, fristen sie die Zeit meist angebunden an einer kurzen Kette. Sogar aus der Futterversorgung der Elefanten wird in vielen Fällen noch ein Geschäft gemacht: So werden die Tieren kaum oder nicht gefüttert – der_die Tourist_in hat dann die Möglichkeit für den_die jeweilige_n Elefant_in zu kaufen. Oftmals wird dieses Angebot aus Sensationslust oder Mitleid ergriffen. Leider wird auf diese Weise allerdings auch das Leid der Elefanten unterstützt.

Das könnt ihr tun:

  • Setzt ein Zeichen gegen das Leid der Elefanten und verzichtet auf Elefantentouren! Betrachtet die Tiere lieber aus respektvoller Distanz in ihrem natürlichen Umfeld.
  • Unterstützt keine Mitleidsmaschen von Tierquäler_innen mit eurem Geld, auch wenn euch dabei das Herz blutet!
  • Dokumentiert Missstände und meldet sie uns!
  • Informiert euch und andere!
  • Schreibt Reiseveranstalter an und bittet diese, Elefantentouren aus dem Angebot zu nehmen!


Julia

Julia

Du mußt dein Ändern leben. (Rainer Maria Rilke)
Julia

Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht