Tierschutz im Urlaub: Pferdekutschen

Stell dir vor, du musst in der brütenden Hitze, ohne Wasser, eine riesige Last hinter dir herziehen. Du fühlst dich, als müsstest du einen Kreuzweg begehen – Ziel und Zweck deiner schweren Wanderung sind dir jedoch nicht bekannt. Es liegt dir fern dich Stunde für Stunde, Tag für Tag, durch die stickige und schmutzige Innenstadt zu schleppen. Aber du musst. Dein Blick ist auf den heißen Asphalt gerichtet und du merkst wie das Bedürfnis nach Wasser in dir immer stärker wird. Du bist schon seit Stunden unterwegs und willst nichts anderes als eine Pause und etwas zu trinken. Vor dir beginnt die Luft zu flimmern an, vielleicht kommt es von der Hitze. Du versuchst stehen zu bleiben, aber wirst beständig weiter gescheucht. Das Flimmern wird stärker, deine Sicht verschwimmt, deine Beine können dich nicht mehr tragen und du fällst in Ohnmacht.

Untragbare Bedingungen für die Pferde

Das klingt wohl nicht nach einem begehrenswerten Arbeitsalltag, oder? Dabei ereilt dieses Schicksal regelmäßig stark belastete Pferde, die Kutschen für Tourist_innen ziehen müssen. Diese müssen sowohl im tiefsten Winter als auch im Hochsommer ihre Routen gehen. Oft kommt es, dass Kutschpferde pro Tag 12 Stunden oder mehr arbeiten müssen. Vor allem bei immenser Hitze ist Dehydration keine Seltenheit, da die Tiere keine ausreichenden Gelegenheiten zum Trinken bekommen. Zudem müssen sie immerzu auf hartem (und heißem) Asphalt laufen, was eine immense Belastung für Gelenke und Hufe darstellt, vom Verletzungs- und Sicherheitsrisiko des Verkehrs auf den Straßen mal ganz abgesehen. Dass die Tiere lahmen, stellt hierbei keine Ausnahme dar. Schlecht ausgebildete Kutscher legen ferner die Riemen falsch an, sodass sie entweder scheuern oder die Haut einklemmen. All diese Aspekte führen dazu, dass Pferde zusammenbrechen und des Öfteren auch an den untragbaren Zuständen sterben.

Alleine 2017 gab es bereits 25 Unfälle

Es ist naheliegend, dass sich Pferde, als Fluchttiere, im beengenden Straßenverkehr bedrängt fühlen und mit Panik reagieren. Hierbei werden nicht nur Pferde, sondern auch Menschen verletzt. So ereignete sich zum Beispiel im Mai ein folgenschwerer Unfall, als die Tiere durch einen lauten Knall erschreckt wurden und die auf der Kutsche Sitzenden durch das ruckhafte Scheuen heruntergeschleudert und schwer verletzt wurden. Folglich sollte mensch sich schon aus einfachen egoistischen Gründen von Pferdekutschen fern halten.

Bereits eine von Pein geprägte Vergangenheit

Die meisten für die Kutschfahrt verwendeten Pferde sind bereits “ausrangierte” Tiere aus anderen Bereichen. So werden beispielsweise ehemalige Trabrennpferde als besonders tauglich für Kutschen betrachtet, obwohl deren Körper keineswegs dafür ausgerichtet sind schwere Lasten zu tragen. Die gequälten Tiere erlebten somit schon in ihrem früheren Leben eine harte Dressur. Ihre Körper sind schon von den immensen Leistungsansprüchen ihres früheren Lebens ausgezehrt und werden als Kutschpferd noch weiter gebrochen. Sind sie aufgrund Schwäche und Verletzungen nicht mehr fürs Kutschenziehen “verwendbar” werden sie selektiert und finden ihr Lebensende im Schlachthof.

Das könnt ihr tun:

> Boykottiert Kutschfahrten – egal ob Pferd, Pony oder Esel! Unterstützt das Tierleid nicht durch euer Geld!

> Überprüft den Zustand der Tiere und erhebt die Stimme, wenn er kritisch ist! Holt euch Rat ein, wenn ihr unsicher seid!

> Dokumentiert und meldet Misstände!

> Informiert euch und andere!



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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