Tierschutz im Urlaub: Auf Nemos Spuren

Nemo, Marlin und Dori entführten die Welt vor einigen Jahren in eine Welt aus gemütlichen Seeanemomen, strömungsreisenden Schildkröten und ließen sie an Doris Auslegung der Walsprache teilhaben. Prachtvolle Korallenriffe und ihre animierten Bewohner_innen ließen Groß und Klein über die Vielfalt des Meeres staunen und mahnten unterm Strich die Eingriffe der Menschen in ihren Lebensraum an. Ob durch Einfluss der Klimaerwärmung, Umweltgifte oder der Umgestaltung der Lebensräume – der Artenreichtum und die Lebensräume der Meeresbewohner_innen sind heutzutage leider stark gefährdet.

Korallen in Gefahr

Besonders betroffene Leidtragende sind hierbei die Korallen und ihre geschaffenen Korallenriffe. Über mehrere Hundert Jahre bauen die bewegungsunfähigen Nesseltiere ihre Riffe auf und bieten darin über 1000 verschiedenen anderen Tierarten einen Lebensraum, darunter Fischen, Quallen, Krebsen und Seesternen. Korallen sind sehr empfindsam: Bereits ein minimaler Anstieg der Wassertemperatur führt zum Tod der Tiere. Auch die Überfischung der Meere, unachtsame Tourist_innen sowie die Umweltverschmutzung setzen diesem Ökosystem zu. Sterben die Korallen, führt das unweigerlich zu weiterem Artensterben.

Verbotene Reisesouvenirs

Einfuhrverbote nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen treffen nicht nur auf lebende geschützte Tiere zu, auch Teile von toten Tieren oder Erzeugnisse daraus werden vom Zoll geahndet. Auch wenn mensch meinen könnte, dass diese Verbote mittlerweile in den Köpfen der Menschen verankert sein sollten, kommt es jährlich zu etwa 70.000 beschlagnahmten Gegenständen auf deutschen Flughäfen, die unter diese Verbote fallen. Von Reptilienleder über Korallen zu lebenden Schildkröten oder Elfenbein findet der Zoll so einiges im Urlaubsgepäck. Auch etliche Meeresbewohner sind durch das Artenschutzübereinkommen geschützt. Oft aus Unwissenheit, da die geschützten Tiere, Pflanzen und Produkte einfach zu erwerben sind und in großer Menge an die Tourist_innen gebracht oder bei Tauchgängen gefunden und eingesteckt werden.

Verschmutzung der Meere

Auf mehr als 100 Millionen von Tonnen schätzt mensch das Plastik in unseren Meeren. Während sich Schildkröten, Delfine oder Robben in den Pastiktüten verfangen und qualvoll sterben, wird das Plastik auch von anderen Meeresbewohner_innen über die Nahrung aufgenommen. Vor kurzem wurde ein Wal gefunden, welcher 17 Kilo Plastik in seinem Magen hatte. Auch die Fische auf den Tellern der deutschen Bevölkerung nehmen im Meer die Umweltgifte o.Ä. ihrer Umgebung auf.

Über den Tellerrand hinaus schauen

75 % der Meere sind der Überfischung nahe oder bereits überfischt. Trotzdem wird weitergefischt: 80 bis 90 Millionen Tonnen der Meeresbewohner_innen landen jährlich auf den Tellern. 90% der gefangenen Lebewesen sind Beifang und somit ungewollt, sie sterben völlig umsonst. Dabei beweisen Studien längst, dass Fische fühlende Lebewesen sind. Für den Profit werden jegliche Konsequenzen für Tier, Natur und den Menschen billigend in Kauf genommen.

Jede_r Einzelne kann etwas zum Schutz der Meeresbewohner_innen beitragen:

• Verringere deinen ökologischen Fußabdruck:
Spare Wasser und Abwasser ein, produziere so wenig (Plastik-)Müll wie möglich und kämpfe aktiv gegen den Klimawandel, indem du deinen Kohlendioxidausstoß verringerst!

• Verhalte dich verantwortungsvoll:
Entsorge deinen Abfall nie in der Natur und berühre zu keinem Zeitpunkt ein Korallenriff oder seine Bewohner_innen!

• Schütze die Meeresbewohner_innen:
Boykottiere Fisch- und Meerestierprodukte als Nahrung und Souvenirs und setze ein Zeichen gegen die Überfischung der Meere! Denn beim Fang der Fische mit Schleppnetzen werden immer wieder Korallen und anderer Beifang wie Delfine verletzt und sterben dabei!

Lasst uns gemeinsam das Ökosystem schützen und dieses noch viele Jahre erhalten! Wählt tierleidfreie Produkte ohne Meerestiere! Für die Tiere, die Natur und eure Gesundheit!


Julia

Julia

Du mußt dein Ändern leben. (Rainer Maria Rilke)
Julia


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