Tierversuche für meine Kosmetik?

Kosmetika hat eigentlich jede_r zu Hause, Frauen, mich eingeschlossen, auch gern mal viele verschiedene Artikel, die das ganze Bad füllen. Leider müssen für viele Produkte Tiere unsägliches Leid ertragen. In meinem Freundeskreis ist mir aufgefallen, dass viele gar nicht so recht wissen, wie das mit den Tierversuchen eigentlich so ist. Tatsächlich ist es in Deutschland seit 1998 verboten, das Endprodukt an Tieren zu testen. Auch Inhaltsstoffe, die ausschließlich für Kosmetika verwendet werden, dürfen nicht mehr in Tierversuchen getestet werden. Die meisten Inhaltsstoffe werden jedoch auch zur Herstellung von anderen Dingen verwendet, viele fallen unter die Chemikalienrichtlinie und dürfen so auch weiterhin an Tieren getestet werden. Viele Firmen testen also weiterhin Inhaltsstoffe an Tieren. Eine Kollegin meinte mal zu mir, dass sie Tierversuche für Kosmetik absolut nicht in Ordnung findet. So geht es wahrscheinlich einigen. Aber braucht man Tierversuche für Kosmetik?

Die Kosmetikindustrie möchte sich bei möglichen Schadenfällen vor Ersatzansprüchen absichern. Die Versuche dienen als Sicherheit für den Produzenten, nicht aber zur Sicherheit der Verbraucher_innen. Viele Firmen behaupten zudem, die Alternativmethoden wären zu ungenau. In China und manchen anderen Ländern sind Tierversuche für Kosmetika gesetzlich vorgeschrieben. Firmen, die ihre Produkte dort vertreiben wollen, müssen diese zuvor an Tieren testen lassen. Dass Tierversuche keine Sicherheit bieten, zeigen die vielen Schadensfälle auf. So wurden vor ca. 30 Jahren in diversen Shampoos und Badezusätzen große Mengen krebsförderndes Dioxan gefunden. Kurz darauf fand die Stiftung Warentest in vielen Lippenstiften, Wimperntuschen und Lidschatten zum Teil die fünffache Menge der zugelassenen Höchstkonzentrationen von krebserregenden Schwermetallen wie Arsen, Barium, Blei und Quecksilber.

Da ich mich in Tierrechtsthemen etwas auskenne, wurde mir auch schon die Frage gestellt, warum überhaupt immer wieder neue Kosmetikprodukte auf den Markt kommen, wo es doch schon so scheinbar endlos viele Produkte gibt? Diese reichen doch völlig aus. Nachdem ich diese Frage auch nicht wirklich beantworten konnte, habe ich mich mal schlau gemacht. Das Problem ist der Konkurrenzkampf und das Profitstreben der Unternehmen. Im Kampf um Image und Marktanteile müssen immer neue Produkte auf den Markt, denn mit alt Bewährtem ist es leider nicht möglich, die Verkaufszahlen zu steigern.

In Gesprächen unter Veganer_innen, die ja auch tierversuchsfreie und möglichst auch vegane Kosmetik verwenden möchten, habe ich auch die Frage aufgeschnappt, ob bei Naturkosmetik Tierversuche erlaubt sind? Und welche Inhaltsstoffe sind erlaubt? Auch hier habe ich mich mal informiert, da mich das Thema selbst sehr interessiert. Für kontrollierte Naturkosmetik steht das BDIH-Prüfzeichen. Produkte mit diesem Prüfzeichen enthalten natürliche Öle, Fette, Wachse, Kräuterextrakte, Blütenwässer oder ätherische Öle und Aromen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung. Es dürfen keine Stoffe aus toten Wirbeltieren verwendet werden. Jedoch dürfen Stoffe, die von Tieren produziert werden (z.B. Milch oder Honig), verwendet werden (diese Kosmetikprodukte sind nicht vegan). Auch bei Pinseln wird oft Tierhaar verwendet. Für Naturkosmetik dürfen keine Tierversuche bei der Entwicklung oder der Prüfung der Endprodukte durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden (aber eben 100% sicher nur beim Endprodukt selbst). Auch die ökologische Verträglichkeit jedes Produktes ist wichtig. Dies umfasst umwelt- und ressourcenschonende Herstellungsverfahren, eine optimale Abbaubarkeit von Rohstoffen und den sparsamen Einsatz recycelbarer Verpackungsmaterialien. Dies soll der Umwelt und somit auch den Tieren und uns Menschen zugute kommen.

Es gibt bereits eine große Auswahl tierversuchsfreier und auch veganer Kosmetikprodukte. Im Internet finden sich hierzu verschiedene Listen, die die genauen Produkte nennen. Wer also ebenfalls auf tierleidfreie Produkte umsteigen möchte, den erwartet eine farbenfrohe und abwechslungsreiche Auswahl, bei der es an nichts fehlt! Traut euch! Für die Tiere, die Natur und euch!


In Käfige gesperrt, künstlich krank gemacht, vergiftet und verstrahlt, verbrannt und verbrüht, ertränkt, mit Elektroschocks gequält und in den Weltraum geschossen: Nur ein paar der grausamen Versuche, denen jährlich Millionen Kleintiere, Katzen, Hunde, Affen und andere Tiere ausgesetzt werden. Tierversuche sind kein nötiges Übel, dem wir unseren medizinischen Fortschritt verdanken – ein Irrglaube, denn viele der wichtigsten Errungenschaften im Gesundheitswesen sind Studien an Menschen zuzuschreiben. Tierversuche spielten hierbei keine Rolle. Hauptkritikpunkt ist die fehlende Übertragbarkeit auf den Menschen. Moderne tierversuchsfreie Forschung schützt besser vor Nebenwirkungen, ist effizienter, günstiger und rettet die Leben unzähliger unschuldiger Tiere! Informiert euch & andere!



Sandra

Sandra

Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt. (Christian Morgenstern)
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