Umweltschutz und Tiere essen!? Das passt nicht!

Vor geraumer Zeit traf ich zufällig meine Freundin Sandra mit ein paar Freund_innen. Dabei brach eine Diskussion über den Zusammenhang von veganer Ernährung und Umweltschutz aus, denn zu später Stunde sollte es spontan noch zum nächsten Fastfood-Riesen gehen.

An diesem Abend sind wir ein Stück zusammen gegangen. Es wurde überlegt, wo mensch um 23 Uhr noch billig etwas zu essen kaufen kann. Nicht lange, da fiel das Wort “McDonalds”. “Das wird schwierig, Sandra hat ein Problem mit Fleisch”, so ihr Freund. “Bist du Vegetarierin?”, fragt ein anderer. Sie nickt. Ein Junge mit Brille und weißem T-Shirt behauptet: “Also ich könnte das nie!”. Wieso nicht, frage ich und knöpfe ihn mir insgeheim vor. Seine Begründung: Mensch braucht Fleisch zum Überleben. Daraufhin folgt eine freundliche, aber bestimmte Predigt darüber, dass alle im Fleisch enthaltenen “wichtigen Nährstoffe” auch durch die pflanzliche Ernährung gewonnen werden können. “Es ist viel mehr genau anders herum: Wenn wir als Menschheit weiter auf diesem wunderbaren Planeten leben wollen, müssen wir aufhören, Fleisch zu essen”, so meine Argumentation. Denn die industrielle “Viehzucht” und Agrarwirtschaft, somit auch der Fleischkonsum, tragen den größten Teil zum Klimawandel bei:

Methan

Die “Nutz”tierhaltung verursacht mehr Treibhausgase als der gesamte Transportsektor zusammen. Zudem ist das durch die Verdauung der Tiere verursachte Methangas viel umweltschädlicher als CO2. Der Recherche im Film „Cowspiracy“ zufolge ist die “Viehzucht” für 51% der Treibhausgasemissionen verantwortlich, dazugezählt werden hierbei direkte und indirekte Emissionen wie Verarbeitung, Verpackung, Lagerung, Transport und Co.

Futterproduktion

Dann wäre da das Futter der sogenannten “Nutz”tiere. Dieses besteht aus Mais, Weizen und Soja. Mensch verwendet 30% des anbaufähigen Bodens weltweit für Weideland und den Anbau von Futtermitteln. Hinzu kommt, dass dafür Regenwälder gerodet werden. 91% der Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes gehen auf die “Viehzucht” und den Anbau von Futterpflanzen zurück. Viele Lebewesen, die dort leben (genauer gesagt 137 Pflanzen-, Tier- und Insektenarten pro Tag), sterben aus. Außerdem wird die Chance, dem Klimawandel entgegenzuwirken, kontinuierlich geschmälert, denn jede Sekunde rodet mensch 4000 – 8000 mRegenwald. Es werden also Unmengen Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt und gleichzeitig das zerstört, das diese Verschmutzung wieder reinigen könnte: Der Regenwald. Somit eine Vernichtung von zwei Seiten her.

Wasser

Darüber hinaus verbraucht die Fleisch”produktion” eine Unmenge an Wasser. Während ein Drittel der Menschheit nicht genug Wasser hat, werden Tiere getränkt und in trockenen Regionen Äcker bewässert. Hinzu kommt der Wasserverbrauch bei der Verarbeitung von Fleisch. Insgesamt werden zum Beispiel für ein Kilo Rindfleisch im weltweiten Durchschnitt 15.000 Liter Wasser verwendet. Auch die Eier-, Käse- und Milchproduktion verbraucht sehr viel Wasser. Ein Liter Kuhmilch bedarf ganzer 1.000 Liter Wasser!

Abfälle

Die Ausscheidungen von “Nutz”tieren haben verheerende Wirkungen auf Boden- und Wasserqualität: Landwirt_innen in der Tier”produktion” wissen nicht, wo die viele überschüssige Gülle entsorgt werden soll und Landwirt_innen des Pflanzenbaus wollen das Maximale aus den Feldern herausholen, deswegen düngt mensch Felder und Wiesen oft zu stark. Diese Überdüngung führt dazu, dass die Artenvielfalt leidet, Ökosysteme zusammenbrechen und Böden, Luft und Gewässer belastet sind. Im Meer zum Beispiel bilden sich, durch den zu hohen Stickstoffgehalt, Todeszonen. Außerdem landet die Gülle in Flüssen und dem Grundwasser, wodurch viele ungesunde Chemikalien, die durch das Futter in die Kühe gelangen, letztendlich im Trinkwasser landen.

Überfischung

In 75% der Meere werden mehr Fische gefangen als natürlich nachwachsen oder zuwandern können, das bedeutet sie sind überfischt oder dem sehr nah. Trotzdem zieht mensch weiter jedes Jahr 80 bis 90 Millionen Tonnen Fisch aus dem Meer. Dafür werden immer größere Netze verwendet, die unbeabsichtigt auch Delfine, Wale, Seehunde und andere Meeresbewohner_innen fangen und töten, um sie dann zu entsorgen. Zudem dringt mensch in tiefere Meeresbereiche ein und verwendet technisch verbesserte Methoden, um möglichst schnell möglichst viel einzufangen. Die in Aquakulturen gezüchteten Tiere sind auch keine Lösung, da sie mit Wildfängen gefüttert werden.

Plötzlich gehen die Augen auf

“Ich glaube eher, dass der Verkehr und die Fabriken die Hauptursache für den Klimawandel sind”, meint mein Freund und beendet somit meine „Rede“. Das dachte ich früher auch, doch dann habe ich mir den Film “Cowspiracy” angesehen. Danach war ich erst einmal verblüfft und noch nicht ganz bereit, das Gehörte vollkommen zu glauben. Also habe ich im Internet recherchiert, mit meinen Eltern und Freund_innen den Film weitere Male angeschaut und mit ihnen darüber geredet. Schlussendlich konnte ich glauben, was der Film dokumentiert. Wenn auch vielleicht nicht alle Fakten vollkommen ausgereift sind und mensch die Arbeit großer Umweltorganisationen nicht gänzlich als negativ sondern trotzdem als wichtig erachten sollte, so ist die Botschaft eindeutig: Die industrielle “Viehzucht” und Landwirtschaft tragen maßgeblich zum Klimawandel bei. Mensch kann kein_e “Umweltschützer_in” sein und tierische Produkte essen, wie Howard Lyman es in “Cowspiracy” korrekt auf den Punkt bringt.

Dies war der Zeitpunkt, an dem ich beschlossen habe, komplett vegan zu leben. Ich achte also nicht nur auf tierleidfreie Kleidung, Kosmetik und Haushaltsprodukte sowie Unterhaltung, sondern ernähre mich nun auch vegan. Bemerkenswert, was ein Film für einen Wendepunkt in einem Leben hervorrufen kann. Ich empfehle euch allen von ganzen Herzen, euch diesen Film anzuschauen! Auch dem Jungen mit der Brille habe ich “Cowspiracy” empfohlen. Ihr findet ihn entweder auf Netflix, auf DVD oder könnt ihn immer wieder bei Filmfesten & Co. sehen. Hier der Trailer zum Film.

Werdet aktiv gegen all die Sünden gegen Natur und Tiere! Ihr selbst habt es in der Hand, ihr habt die Wahl – jeden Tag am Supermarktregal!



Anouk

Anouk

I’m here, because I don’t want the earth to simply survive or sustain, but to thrive with all of her earthlings.
Anouk

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