Vegane Ernährung ist euch zu “krass”?

Ethische Beweggründe für eine vegane Ernährung sind für euch nachvollziehbar, aber eure Ernährung gänzlich auf vegan umzustellen, ist für euch noch ein zu “radikaler” Schritt? Kein Grund euch den Veganismus ganz abzuschminken! Die Ernährung ist zwar der offensichtlichste, jedoch keineswegs einzige Aspekt der veganen Lebensweise. Denn nicht nur für die “Nahrungs”mittelindustrie, sondern auch für Forschung, Unterhaltung und Bekleidung werden Tiere missbraucht und ausgebeutet. Abgesehen davon, dass vegane Ernährung mit wenig Aufwand auf leckere Art und Weise gemeistert werden kann, könnt ihr also auch in einzelnen anderen Bereichen “konsequent” vegan leben und mit eurem ausgewählten Boykott die Maschinerie der Tierquälerei wenigstens in bestimmten Sparten ausklammern. Eine “Ganz oder gar nicht”-Mentalität ist beim Boykott tierischer Produkte nicht sinnvoll – denn jedes tierische Produkt, das nicht gekauft wird, mindert die Nachfrage und somit auch das Angebot!

  • Tierversuche für Kosmetik und Haushaltsprodukte:  Zwar sind Tierversuche für diese beiden Produktsparten in Deutschland offiziell verboten, doch immer noch werden durch Hintertürchen grausame und vollkommen überflüssige Versuche an empfindsamen Lebewesen durchgeführt. Neue Inhaltsstoffe können nach EU-Gesetz nämlich immer, egal für welchen Zweck, an Tieren getestet werden. Kaufe deshalb am besten nur von Firmen, die sich deutlich gegen Tierversuche aussprechen, wie z.B. LUSH & Sante. Für Haushaltsprodukte kannst du auf die Marke Frosch zurückgreifen.
  • Ausbeutung von Tieren in der Unterhaltungsbranche: Tiere in zu kleinen Gehegen halten, gesundheitsschädigende Dressuren und ständig transportiert werden – Zirkusse, aber auch Zoos gehören ins Mittelalter, nicht ins 21. Jahrhundert. Boykottiere Zirkus und Zoo, und schon bist du im Bereich Unterhaltung ein vegan lebender Mensch.
  • Wolle, Leder, Pelz & Co.: Mulesing, eigens zur Leder”produktion” getötete Kühe und bei lebendigem Leibe gehäutete Füchse gehören zur “Produktion” tierischer Kleidung dazu, wie das Amen in die Kirche. Pullover aus synthetischen oder pflanzlichen Materialien, Schuhe aus hochwertigem Kunstleder und Jacken ohne Fellbesätze sind die Lösung! “Bekleidungs-Veganer_in” zu sein, ist wirklich einfach!

Flexitarier_innen können also in bestimmten Bereichen konsequente Veganer_innen sein – wieso nicht? Selbstverständlich ist dieser Weg nicht vollkommen optimal, dennoch eine notwendige Betrachtungsweise! Denn nur, weil vegane Ernährung noch nicht euer Ding ist, ist das keine Legitimierung Tiere für andere Bereiche ausbeuten und missbrauchen zu lassen. Diese “spezifische Konsequenz” könnt ihr auch auf eure Ernährung beziehen. Zum Beispiel boykottiert ihr Eier komplett – sowohl in verarbeiteten Produkten als auch Eier an sich. Der Sinn dahinter? Oft wird bei Flexitarier_innen der Konsum tierischer Produkte eher zum Regelfall als zur Ausnahme. Sich dann als Flexitarier_in zu bezeichnen ist nicht mehr als Selbstbeweihräucherung. Auf einzelne Produkte gänzlich zu verzichten hilft euch dabei in gewisser Weise “konsequent” zu bleiben, euren Konsum besser zu kontrollieren und tatsächlich weniger tierisches zu verzehren (Bedenkt: Keinen Sinn macht das Ganze, wenn ihr euer Frühstücksei mit einem Glas Kuhmilch ersetzt, logisch, oder?) Und wer weiß, vielleicht erscheint die vegane Ernährung auch für euch in Zukunft nicht mehr so “krass” – denn eigentlich ist’s ganz einfach und super lecker!



Laura

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"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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