Veterinärämter – Exekutivorgane zur Vertuschung von Verbrechen?

Sie alle haben sich getraut, den Schlachtbetrieb aufzuhalten, wenn Schweine oder Rinder nicht richtig betäubt wurden, bevor ihnen der Bauch aufgeschlitzt wurde. Genau das ist ihr Job. Doch statt Lob gab es oft Probleme. “Urlaube wurden unter fadenscheinigen Gründen nicht genehmigt, Bildungsurlaube gestrichen, Akten verschwanden”, berichtet eine Amtsveterinärin aus Niedersachsen. Die vielen Aussagen verdichten sich zu einem Bild: Wer Ärger macht, bekommt Ärger. 

Katharina Heckendorf, ZEIT

Wer sich im Sinne des “Tierschutzes” auf Veterinärämter verlässt, der_die ist von allen guten Geistern verlassen: Nicht einmal die Mindestzahl der Kontrollen findet tatsächlich statt, die Ämter greifen selten bei Missständen ein, verstecken sich hinter den gesetzlichen Restriktionen oder lassen wissentlich Tierquälereien zu. Bei unserem derzeitigen Fall, dem “Horror-Hof” Oettingen wird vom lokalen Veterinäramt ähnlich vorgegangen: Statt einzugreifen, erlegen sie dem Bauern Auflagen auf, die er unmöglich erfüllen kann. Doch es gibt auch tatsächlich Amtsveterinär_innen, die bemüht sind, Tierschutzgesetze zu realisieren und Missstände aufzudecken – diese werden jedoch in ihrem Handeln behindert und leiden unter willkürlichen Repressalien. Nicht nur auf struktureller Ebene werden diese Veterinär_innen unterdrückt, sondern auch seitens der Landwirt_innen werden sie z.T. sogar Opfer von Morddrohungen und Mobbing.

Druck der Tierausbeutungsindustrie forderte bereits Suizid

Die Machenschaften der Tierausbeutungsindustrie machen auch nicht vor menschlichen Tieren Halt: Im Jahr 2014 zeigte sich drastisch, welch starker, jahrelanger Druck auf den Schultern “guter” Amtsveterinär_innen lastet: Anya Rackow, Amtstierärztin in Bad Mergentheim, beging Suizid, nachdem sie bedroht und verleumdet wurde. Die Umstände ihres Arbeitsumfeldes, in dem sie nicht nur dem Anblick leidender Tiere ausgesetzt war, sondern auch selbst Opfer der Industrie wurde, machten den Suizid zu einem “logischen Schritt“.

Aktive Teilhabe an Verbrechen gegen das Tierschutzgesetz

Veterinärämter sind folglich staatliche Instanzen, die nicht nur passiv Tierquälereien zulassen, sondern sogar aktiv tierschutzrechtliche Missstände verteidigen und deren Aufdeckung behindern. Statt sich für das “Tierwohl” einzusetzen, gehen sie Hand in Hand mit der Tierausbeutungslobby und dem industrialisierten Massenmord von Tieren – Korruption zugunsten der Profitmaximierung, auf Kosten empfindsamer Lebewesen. In Anbetracht des offenkundigen Versagens der Veterinärämter wirken die Bestrebungen seitens der GroKo, “Stalleinbrüche” schärfer strafrechtlich zu ahnden, wie eine Farce. Wenn weder die Landwirt_innen noch die Amtsveterinär_innen das Tierschutzgesetz achten, wer soll es dann sonst tun, außer der “selbsternannten Stallpolizei“?



Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
Laura

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