Wie ich mich auch allein für Tiere stark machen kann

Heute möchte ich euch ein paar Vorschläge für kleine Aktionen an die Hand geben, welche mensch ohne viel Aufwand als Einzelperson durchführen kann. Es sind nur kleine Aktionen, aber jedes bisschen bringt etwas. Selbst wenn durch so eine Aktion nur eine Person zum Umdenken angeregt wird, können viele Tierleben verschont werden und wir kommen unserem Ziel einer tierleidfreien Welt ein kleines Stückchen näher.

1. Flyern ohne Anmeldung

Als Einzelperson darf mensch ohne Anmeldung Flyer verteilen. Egal, ob ihr vor einem Restaurant, welches Fleisch verkauft, den Kund_innen einen Zettel in die Hand drückt oder Pelzträger_innen auf der Straße ansprecht und ein kleines unserer Anti-Pelz-Kärtchen mitgebt – überall lassen sich Leute erreichen!

Aber ich weiß, direktes Ansprechen ist nicht immer leicht, deshalb gibt es noch mehr Tipps für Aktionen, bei denen ihr die Passant_innen nicht direkt ansprechen müsst.

2. Öffentliche Trauerfeier

Mit wenigen Hilfsmitteln könnt ihr durch folgende Aktion viel Aufmerksamkeit erregen. Einfach an einer Straßenecke zwei Grablichter aufstellen und ein paar Zettel (in Folie) daneben legen. Auf die Zettel könnt ihr z.B. folgende Sprüche schreiben: “WARUM? Warum musste dieses Schwein sein Leben unter unwürdigsten Bedingungen in der Intensivtierhaltung verbringen, damit wir billiges Schnitzel essen können?” Oder: “TRAUER um dieses Kalb, welches sterben musste, damit Menschen die Milch der Mutterkuh trinken können“. Glaubt mir, die Leute werden stehen bleiben und die Schilder lesen. Speziell in den Abendstunden, wenn die Grablichter brennen und rot leuchten. Grablichter gibt es schon für wenige Euro in Drogeriemärkten.

3. Vermisstenmeldungen

Jede_r hat schon mal “Vermisst” Schilder an Laternenpfählen oder in der U-Bahn gesehen, wo Personen ihre Katze vermissen. Derartige Zettel könnt ihr auch für Tierrechts-Aufklärung verwenden. Ein Beispiel: “VERMISST! Er ist erst 7 Monate alt und hat schon viel Schlimmes erlebt. Weil seine Mutter festgebunden war und nicht ausweichen konnte, wurde er fast auf dem harten Betonboden von ihr erdrückt. Einige seiner Geschwister haben es nicht geschafft. Anschließend wurde er ohne Betäubung kastriert, in einer kleinen Box gehalten, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten, musster er fortan in seinem eigenen Kot stehen, weil es keine andere Möglichkeit gab, […]. In seinem Leben hat er nie die Sonne oder den Himmel gesehen oder frische Luft geatmet, […]. Jetzt ist er verschwunden – spurlos. Keine_r will davon wissen! Was ist mit ihm geschehen? Informieren Sie sich!” + Bild eines süßen Schweines + Link zu unserer Ernährungsseite.

Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die obrigen Formulierungen sollen nur eine Anregung sein. Ihr könnt genauso eine Geschichte über eine “Milch”kuh schreiben, die ihr Kalb vermisst. Oder ein Marderhund, der seine_n Freund_in für die Pelz”produktion” verloren hat.

4. Postprotest

In eure Gemeinde soll ein Zirkus mit (Wild-)Tieren kommen? Schreibt einen Papier-Brief an den_die Bürgermeister_in und erklärt, warum ihr enttäuscht seid, dass er_sie so etwas zulässt und unterstützt. Ihr könnt zudem parallel eine E-Mail mit dem gleichen Inhalt an die Gemeinde schicken. Bittet Freund_innen und Nachbar_innen, dasselbe zu tun! Ihr könnt damit mehr erreichen als ihr denkt!

5. Leserbriefe schreiben

In eurer Lieblings-Modezeitschrift oder eurer Tageszeitung ist ein Artikel oder Werbung für ein tierisches Produkt, welches unter (angenommen) unwürdigen Bedingungen erzeugt wurde? Oder Werbung für einen Zirkus oder Zoo? Schreibt einen Leserbrief! Die Chance, dass der Leserbrief abgedruckt wird, ist gar nicht so gering. Leserbriefe werden immer gerne von den Abonnent_innen gelesen.

6. Aktion Brieftaube

Das ist eigentlich eine Aktion, die von Daniel ins Leben gerufen wurde. Ihr könnt sie aber auch super alleine und zu jeder Zeit durchführen. Ihr schreibt einfach einen schönen, netten, persönlichen Brief über eine eigene persönliche Erfahrung, Informationen und einer Bitte zu einem Tierrechts-Thema. Zum Beispiel über Veganismus, Pelz oder Zirkus. Wichtig ist, dass ihr in dem Brief keine Werbung für etwas macht und auch keine Tierrechtsorganisation nennt. Er soll ganz neutral sein. Diesen Brief druckt ihr mehrfach aus und steckt ihn in Briefumschläge, welche ihr schön verziert. Mit Aufklebern oder selbst gemalten Bildern. Es soll persönlich aussehen und das Interesse wecken, den Brief zu öffnen und zu lesen. Diese Briefe verteilt ihr beliebig in eurem Wohngebiet oder etwas entfernter, wenn euch das wohler ist. Es geht darum, dass der Brief Menschen zum Nachdenken anregen soll und diese sich selbst weiter informieren.

All diese Vorschläge sind persönlich und etwas außergewöhnlich. Somit wecken sie erstmal das Interesse der Menschen. Ich persönlich verzichte darauf, irgendwelche Online-Petitionen zu unterschreiben, da diese unpersönlich und oft unseriös sind. Da investiere ich meine Zeit lieber in oben genannte kleine Aktionen. Selbst wenn ich damit nur wenige Menschen erreiche ist es ein Erfolg. Da jede_r Einzelne, der_die anfängt, darüber nachzudenken, den Gedanken häufig weiter trägt, z.B. indem er_sie seiner_ihrer Familie oder Freund_innen erzählt, was er_sie heute gesehen hat (“da hat jemand Grablichter aufgestellt und behauptet, dass die Tiere in der Massentierhaltung leiden”), verbreitet sich das Ganze mehr als mensch es vielleicht annimmt.

Wenn ihr Hilfe beim Formulieren braucht oder ihr gerne ein konkretes Beispiel für einen Brieftaube-Brief oder Brief an den_die Bürgermeister_in wollt, schreibt mir in den Kommentaren! Ich habe Vorlagen für die meisten der oben genannten Aktionen und lasse euch diese gerne zukommen. Viel Spaß!



Verena

Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Bertolt Brecht)
Verena

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