Wie wir Tiere wie Müll behandeln

Ich habe vor Kurzem ein Baby gehalten. Es war klein, gelb, flauschig und zerbrechlich. Es war ein Küken und…es war tot. Es wurde vergast, weil es männlich war und somit für die Eier”produktion” als “Abfallprodukt” gilt. Es konnte nicht gebraucht werden und wurde somit – mit zig anderen seiner Art – getötet. Bei männlichen Küken passiert das mit Gas oder im Schredder.

Nur der Profit, nicht das Leben zählt 

Ich hielt dieses kleine Wesen in den Händen, das sich zu einer kleinen Kugel zusammengerollt hatte, das Köpfchen unter dem winzigen Flügel verborgen. Ich hielt es in den Händen und fragte mich, was für eine Welt das ist, in der wir leben, wo unschuldige Lebewesen einfach so getötet werden, weil sie keinen Profit bringen. Ich hielt dieses Küken in den Händen und begann das flauschige Gefieder zu streicheln. Dieses Tier hatte in seinem kurzen Leben nichts als Angst und Qual gekannt – der Mensch hatte ihm nur Unheil gebracht. Ich wollte ihm zumindest im Tod noch Liebe, Achtung und Respekt entgegenbringen. Auch wenn es davon nichts mehr mitbekam.

Dieses Schicksal erleiden nicht nur Küken. Es finden sich in den Mülltonnen der Mastanlagen auch immer wieder kleine Ferkel. Hühner, Truthähne, Puten – sogar nicht alle immer gänzlich tot. Und auch Kälber werden einfach weggeworfen. Sind sie krank, zu schwach oder aus anderen Gründen für die Mast oder Zucht nicht brauchbar, dann werden sie eben entsorgt. Immer wieder sieht mensch auf Undercover-Aufnahmen wie Ferkel mit dem Kopf gegen Mauern oder den Boden geschlagen werden bis sie tot sind. Es gibt aber auch Aufnahmen, die zeigen, dass selbst lebendige Kälbchen in den Mülleimer geworfen werden – irgendwann werden sie schon sterben.

Wir behandeln Tiere wie Müll. Werfen sie in die Tonne wie Schuhe, die Löcher in der Sohle haben. Wir treten Leben mit Füßen und scheren uns nicht darum, dass diese Tiere genauso ein Recht auf ihr Leben haben wie wir auch. Dass sie empfindungsfähige Geschöpfe sind, ignoriert die Industrie gekonnt – nur der Profit zählt und unsere Gier nach tierischen “Produkten”.

Das hässliche Gesicht der Tierausbeutungsindustrie

Die industrielle Tier”haltung” hat viele hässliche Fratzen. Angefangen bei Qualzüchtungen, wie spezielle Rinderarten, die mehr Fleisch und Milch bringen sollen, was mit unsäglichem Leid und Krankheiten für diese Tiere verbunden ist, hin zu Sauen, die ihre Ferkel in Kastenständen zur Welt bringen müssen, in denen sie sich maximal hinstellen, aber nicht mal um die eigene Achse drehen können und die es ihnen unmöglich machen, ihre Kinder artgerecht und ihren Instinkten gemäß zu versorgen.

Wir nehmen Kühen für Milch ihre Kälber weg, nach denen sie dann tagelang schreien und haben auch keine Hemmungen davor, Tiere kilometerweit in Transportern ins Ausland zu verfrachten, um sie dann dort schlachten zu lassen. Gänse, Enten und Puten, die in kurzer Zeit so gemästet werden, dass ihre Knochen brechen, weil sie dem Gewicht nicht standhalten können, und die dann keine Möglichkeit mehr haben, sich zu bewegen. Mal ganz abgesehen von den Schmerzen, die sie erleiden müssen. Diese Liste ließe sich noch unendlich lange fortsetzen. Wenn es um das Ausbeuten von Tieren geht, sind der menschlichen Phantasie und der dazugehörigen Industrie keine Grenzen gesetzt. Der Blick für das Tier als Lebewesen ist schon lange abhanden gekommen. Sie sind “Produktionseinheiten”, die uns versorgen sollen. Respekt und Achtung: Fehlanzeige!

Aber nicht nur in der Lebensmittelbranche werden Tiere wie Gegenstände behandelt. Schauen wir doch mal in die Modeindustrie. Da werden Tiere gezüchtet, in engen Käfigen gehalten und wenn genügend Fell an ihnen dran ist, dann werden sie aus dem Käfig gezerrt, erschlagen oder mit Stromschlägen getötet und ihre abgezogenen Kadaver landen dann auch auf dem Müllhaufen. Nicht alle sind dann schon vollkommen tot. Welch unfassbare Qual, welch Leid.

Alt und/oder unbrauchbar? Ab in den Müll!

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Ist das Handy nicht mehr das neueste Modell, dann wird es weggeschmissen – das neue liegt schon im Geschäft bereit. Gefällt uns der alte Pulli nicht mehr, dann hauen wir ihn in die Tonne und gehen shoppen. Die neueste Kollektion haben die Designer schon erdacht. Alles nichts mehr wert, alles austauschbar. Allein das schon eine Schande. Dass wir so aber auch mit Tieren umgehen, entbehrt jeglicher Beschreibung. Warum glauben wir, das Recht zu besitzen, andere Geschöpfe so zu behandeln? Warum denken wir, nur weil nichtmenschliche Tiere anders sind als wir, dass diese Grausamkeiten weniger schlimm sind?

Diese Überheblichkeit und Arroganz unserer Spezies gegenüber anderen ist eine Schande. Wobei wir mit unserer eigenen ja auch nicht besser umgehen. Zahlreiche Beispiele aus der Geschichte mahnen uns immer wieder davor. Aber lernen tun wir nicht daraus. Das kleine Küken war ein Repräsentant. Es lag in meiner Hand stellvertretend für Milliarden von Tieren, die täglich unter uns leiden müssen. In der industriellen Tier”haltung”, in der Forschung, in der Modeindustrie und auch im Unterhaltungsbereich. In den Mülleimer geworfene Küken, Ferkel und Kälber hält die Industrie vor uns geheim. Genauso wie sie nicht möchte, dass wir sehen, was hinter den Türen der Stallungen und im Schlachthof passiert. Wäre schlecht fürs Image und das Kaufverhalten der meisten Menschen, wenn diese Dinge publik und täglich präsent wären. Aber sie passieren.

Die Erde wird sich wehren 

Wir werfen alles weg, was wir nicht mehr brauchen. Und oftmals auch unsere Werte, unser schlechtes Gewissen und unseren Respekt. Wir schmeissen alles weg, weil wir glauben, alles ersetzen zu können. Und darin liegt der Fehler: irgendwann wird sich die Welt dem entledigen, was sie nicht mehr braucht und was ihr schadet – und das werden dann wir sein. Wundern dürfen wir uns dann aber nicht. Jetzt können wir allem noch Einhalt gebieten, aber wir sind fast zu spät dran…



Michaela

Michaela

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt! (Mahatma Gandhi)
Michaela

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