Zirkusschimpanse Robby – ein trauriges Dasein

Vor kurzem entschied das Oberverwaltungsgericht Lüneburg, dass Robby, der letzte im Zirkus-Schimpanse Deutschlands, zunächst im Circus Belly, bei seinem “Besitzer” verbleiben darf. Seit Jahren schwelt ein Rechtsstreit, bei dem die Umsiedlung des Schimpansen in die niederländische Auffangstation AAP gefordert wird. Dort soll der 43-jährige Schimpanse resozialisiert werden und seinen Lebensabend mit Artgenoss_innen verbringen dürfen. Doch die Berufung des Circus Belly wurde zugelassen, und somit rückt die Resozialisierung in weite Ferne – wenn sie überhaupt jemals stattfinden wird.

Wie sieht das Leben Robbys seit über vierzig Jahren aus?

Robby wurde im Zoo geboren und muss seine Existenz seit seinem fünften Lebensjahr im Zirkus fristen. Dort lebt er seit Jahrzehnten isoliert von Artgenoss_innen in einem zwölf Quadratmeter großen Zirkuswagen. Die Außengehege sind selbst bei warmen Temperaturen nur sporadisch für ihn zugänglich. Folglich lebt er auf viel zu wenig Raum, kaum Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten stehen ihm zu Verfügung. Die lebenslange Isolation hat Robby gebrochen und ihm das eigentlich muntere Wesen eines Schimpansen geraubt. Den “Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren” wird die Umgebung Robbys in keinster Weise gerecht – trotzdem soll er im Zirkus Belly bleiben.

Wieso wurde die Berufung zugelassen?

Die Auffangstation AAP ist spezialisiert auf die Rehabilitation von Primaten aus schlechter Haltung. Zahlreiche Expert_innen sind der Annahme, dass eine Resozialisierung des Schimpansen möglich und geboten ist. Auch wenn er seit Jahrzehnten mit der Zirkusfamilie zusammenlebt, sind Menschen keine Artgenossen – er lebt folglich allein und kann mit niemandem kommunizieren. Doch nun wurde die Stimme weiterer Tierärzte laut, die davon ausgehen, dass Robby unter schweren Verhaltensstörungen leidet, die Schimpansensprache nicht versteht und eine Resozialisierung daher ausgeschlossen sei. Auch wenn eine Resozialisierung schwierig erscheint, sollte die Möglichkeit nicht kategorisch negiert werden und vor allem: Robby sollte zumindest die Möglichkeit bekommen sich ausreichend bewegen und beschäftigen zu können. Dass er sein restliches Leben im Zirkuswagen verbringen soll, widerstrebt dem Tierschutzgedanken zutiefst. Selbst der Ausschluss einer Resozialisierung rechtfertigt keineswegs, dass Robby im Circus Belly bleiben muss. Außerdem fällt es schwer, dem Urteil der Wildtierexpertin des Circus Belly, Alexandra Dörnrath, glauben zu schenken, die behauptet Robby würde sich wohl fühlen und es würde ihm gut gehen. Sie ist die treibende Kraft, die Robby im Circus Belly behält.

Was ist mit den anderen Tieren?

Auch wenn Robby bundesweit der letzte Schimpanse im Circus ist, ist sein Schicksal kein Einzelfall. Hunderte Tiere fristen ihr Dasein im Kreislauf von Langeweile, Dressur und Transport. Vor allem Wildtiere leben in Gehegen, die nur einen Bruchteil ihres natürlichen Platzbedarfes erfüllen – auch bei domestizierten Tieren sind ähnliche Verhältnisse nicht selten anzutreffen. Die Dressur bricht die Tiere und der Transport fordert immensen Stress ein. Apathie und Verhaltensstörungen sind die Folge. Ein Umdenken in der Bevölkerung hat bereits stattgefunden, nun muss endlich bundesweit agiert und mit einem Wildtierverbot ein Schritt ins 21. Jahrhundert getan werden! Zirkus JA, aber OHNE Tiere!



Laura

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"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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