Zoo: Artenschutz & Bildung – Euphemismen für Tierqual?

Wird über zoologische Einrichtungen gesprochen, werden sie als großartige, die Welt verbessernde Institutionen glorifiziert – neben der Erholung für die Besucher_innen, haben Artenschutz und Bildung höchste Priorität. Scheinbar. Entsprechen diese Lobpreisungen der Realität, oder lugt hinter diesen verklärenden Euphemismen massive Tierqual hervor?

Zahlreiche Schlagzeilen beweisen – primäre Bestrebung ist wirtschaftlicher Erfolg

Ende 2017 wurden zwei (physisch) gesunde Braunbären in einem dänischen Zoo eingeschläfert; die Tiere seien zu alt, um an einen weiteren Zoo abgegeben zu werden, das eigene Gehege nicht mehr artgerecht. Sie würden den Platz für “genetisch wertvollere Bären” wegnehmen. Das ganze Ereignis führte zu einem großen Aufschrei, diese Entscheidung sei “barbarisch und geschmacklos“. Ist sie auch. Egal, wie grausam und überflüssig diese Tat war, so geht der Zoo Aalborg wenigstens offen mit den eigenen Bestrebungen um, nämlich dem ökonomischen Erfolg. Nur weil hier in Deutschland dies nicht ausgesprochen wird, versteckt sich auch hinter den scheinbaren Bestrebungen Bildung & Artenschutz lediglich der Wunsch nach Profitmaximierung.

Aber was ist nun mit Artenschutz und Bildungsauftrag?

Ach, ich möchte die Lage nicht zu eindimensional darstellen – Profitmaximierung ist natürlich nicht die einzige Bestrebung des Zoos. Noch wichtiger ist es sein vermeintliches “Weltverbesserer-Image” aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Artenschutz und Bildung stehen ja an erster Stelle! Bestimmte Arten würden nicht mehr existieren, wenn es den großartigen Zoo nicht gäbe. So zum Beispiel das Przewalski-Pferd, das jedoch ausschließlich in Gefangenschaft lebt – zu Artenschutz werden derartige Bestrebungen erst, wenn die Tiere auch in der Natur ankommen. Mit Nachzuchtprogrammen werden süße Tierkinder “generiert”, die zahlreiche Besucher_innen anlocken – ausgewildert werden Tiere eigentlich nie, nur angegafft von schreienden Kindern und ihren nichtsahnenden Eltern. Sie werden kein Teil der Natur, sondern lediglich verhaltensgestörte, leidende Wesen. Wie kann hier von Bildung gesprochen werden, wenn Kindern immense Verhaltensstörungen, wie Stereotypien als Normalzustand vorgeführt werden. Glaubt ihr nicht? Und was ist mit Löwen, die sich in ihren Gehegen gegenseitig umbringen – wie es vor wenigen Monaten in einem niederländischen Zoo geschehen ist?

Gelder an der falschen Stelle

Statt permanent Nachzuchten der in Gefangenschaft lebenden Tiere zu fördern, sollten Gelder und Bemühungen in nachhaltigen Artenschutz investiert werden! Stattdessen werden Feuerwehreinsätze zum Aufrichten kranker Elefanten genutzt, welches nicht notwendig wäre, wenn die Tiere nicht in Gefangenschaft leben müssten! Selbstverständlich kann die Wildtierhaltung in Zoos nicht von heute auf morgen abgeschafft werden, doch langfristig angelegte Projekte könnten eine Zukunft ohne Gefangenschaft gewährleisten! Dennoch strebt mensch danach, Zoos zu erhalten und zu “verbessern” – alles aus der Gier nach Profitmaximierung und Schaulust! Tiere sind keine Objekte, die unserer Unterhaltung dienen! Denn Zoos sind Tiergefängnisse, in denen Tiere ihr Leben lang eingesperrt werden. Echter Tier- und Artenschutz schützt Tiere um ihrer selbst willen, nicht zu Unterhaltungszwecken des Menschen.



Laura

Laura

"Solange die Menschen Tiere quälen, foltern und erschlagen, werden wir Krieg haben. Wie können wir irgendwelche idealen Zustände auf Erden erwarten, wenn wir die lebenden Gräber getöteter Tiere sind?" (George Bernard Shaw)
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