Zu Tode gestopft: Gänse zur Weihnachtszeit

Bald ist es wieder soweit. In knapp zwei Monaten steht Weihnachten vor der Tür. Nicht wenige Menschen sammeln sich dann mit ihren Lieben um einen reich gedeckten Tisch und feiern gemeinsam. Oftmals finden sich auf einem Tisch voller guter Speisen auch Gänsebraten und Gänsestopfleber. Gerade zur besinnlichen Zeit sind diese für viele eine oft servierte „Leckerei“. Und nur die Wenigsten machen sich bewusst, welch unsagbares Leid dahinter steckt.

Qualdelikatesse Stopfleber

Stopfleber wird auch „Foie Gras“ genannt. Meist handelt es sich dabei neben Gänse- auch oft um Entenlebern, die durch übermäßiges Mästen auf das Zehnfache ihrer Größe anschwellen und somit ein krankhaftes Organ werden. Das allein muss mensch sich mal vorstellen. Wir benennen etwas als Delikatesse, was beim Menschen sofort behandlungsbedürftig wäre. In Deutschland ist die Produktion von Stopflebern nicht erlaubt, weil das Tierschutzgesetz diese verbietet. Aber in Ländern wie z.B. Frankreich, Ungarn, Bulgarien, Spanien und Belgien ist die Produktion nach wie vor gestattet.

Erbrechen, Atemnot, Knochenbrüche, Blutungen & Herzversagen

Warum unser Tierschutzgesetz das Produzieren verbietet, wird sofort klar, wenn mensch weiß, was hier passiert: Tausende von Tieren werden in enge Käfige gesperrt, in denen sie weder die Möglichkeit haben, aufzustehen, noch sich in irgendeiner Weise zu bewegen, sie können noch nicht einmal die Flügel ausbreiten. Das Mästen dauert im Schnitt 12 bis 21 Tage und erfolgt durch Metallrohre von 30-50 cm Länge, die den Tieren gewaltsam in den Rachen gerammt werden. Durch diese Rohre wird dann Maisbrei gepumpt. Die Menge, die sie dabei verabreicht bekommen, könnte mensch bei menschlicher Ernährung mit ca. zweimal täglich 7 kg Spaghetti vergleichen. Folge ist ein Anschwellen der Leber auf ein Zehnfaches ihrer normalen Größe – und somit eine Erkrankung des Organs.

Es gibt Aufnahmen aus solchen Betrieben, die zeigen, wie die Tiere versuchen, sich zu erbrechen. Sie wollen das Zuviel an Nahrung wieder loswerden. Aber leider können sie das nicht und so müssen sie diese unfassbare Menge an Futter bei sich behalten und leiden unsagbare Qualen. Wir alle kennen das Gefühl, wenn wir zuviel gegessen haben – und dabei erreichen wir noch nicht mal im Ansatz die Menge an Futter, die den Tieren zugemutet wird. Die Tiere bekommen schlecht Luft und beginnen zu hecheln. Teilweise entstehen durch das Rammen des Rohres in die Speiseröhre Löcher im Hals der Tiere, durch die das Wasser, das sie trinken, wieder nach außen tritt. Weitere Folgen des Stopfens, neben der krankhaften Vergrößerung der Leber, sind Knochenbrüche, Blutungen und Herzversagen. Dazu gesellen sich viele weitere grausame Verletzungen und alles nur, damit Delikatessengeschäfte, Restaurants und Hotels, diese „Delikatesse“ anbieten können. KEIN Mensch braucht Foie Gras!

Früher, qualvoller Tod nach trister Existenz

Durch die Produktion der krankhaft veränderten Lebern nimmt mensch Enten und Gänsen alles weg, was sie zu einem glücklichen Leben brauchen. Sie haben keinen Platz, sie dürfen nicht schwimmen, sie dürfen ich nicht bewegen, sie werden vollgestopft und leiden unsagbare Schmerzen – Tag für Tag. Ein früher, qualvoller Tod ist dann das traurige Schlusslicht dieser grauenhaften Tortur. Unser Tierschutzgesetz verbietet zwar die Produktion der Stopfleber, der Import und Vertrieb hingegen sind gestattet.

Qualgericht Gänsebraten

Aber nicht nur Stopfleber ist ein großes Problem. Auch der konventionelle und an den Feiertagen so gern verzehrte Gänsebraten ist mit ausgesprochener Tierqual verbunden. Die wenigsten Menschen wissen, dass Gänse sehr soziale Tiere sind. Ihre_n Partner_in wählen sie auf Lebenszeit und sie kümmern sich aufopferungsvoll um ihre Familie.

Übermästet, gerupft & geköpft

In der Gänsemast werden diese sensiblen Tiere an einem Fließband aufgehängt und es wird ihnen mit rotierenden Messern der Kopf abgesäbelt. Oftmals sind sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal ausreichend betäubt. Um die Gänse aber vollständig zu verarbeiten, ist es keine Seltenheit, dass sie vorher noch bei lebendigem Leib gerupft werden, damit ihre Federn als Daunen weiterverarbeitet werden können. Ihr müsst euch mal vorstellen, was für ein Gefühl es ist, wenn euch jemand ein ganzes Büschel Haare auf einmal ausreisst – so in etwa dürfte es sich für die Gänse anfühlen, wenn mensch sie bei lebendigem Leibe rupft.

Massive gesundheitliche Probleme

Um in Rekordzeit ihr Schlachtgewicht zu erreichen, werden die Gänse in der Mast so mit Futter vollgestopft, dass sie unter Gelenkentzündungen, Knochenbrüchen und vielen anderen gesundheitlichen Problemen leiden. Und alles nur, damit allerlei Menschen an Weihnachten einen Gänsebraten auf dem Tisch stehen haben.

Fest der Liebe?

Weihnachten soll ja bekanntlich das „Fest der Liebe“ sein. Aber für Gänse und Enten bedeutet es nichts anderes als eine kurze Existenz – denn ein Leben ist es nicht – voller Schmerzen und Qualen, das mit einem grausamen Tod sein Ende findet. Bitte verzichtet Weihnachten auf “Delikatessen” wie Stopfleber und Gänsebraten!  Falls ihr wirklich ein Fest der Liebe feiern wollt, dann könnt ihr das am Besten, indem ihr tierische Lebensmittel von eurem Speiseplan streicht und mit pflanzlicher Ernährung mit euren Liebsten um den reich gedeckten Tisch sitzt (z.B. mit diesem tollen veganen Weihnachtsmenü) – die Tiere danken es euch!



Michaela

Michaela

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt! (Mahatma Gandhi)
Michaela

Sag was dazu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht